Iran: Boykott gegen Boykotteure

Das Importembargo der EU soll mit Lieferstopp beantwortet werden

  • Von Ralf Streck, San Sebastián
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Iran will den Boykott der EU gegen sein Öl nicht tatenlos hinnehmen. Noch vor Inkrafttreten des Importstopps soll nun kein Öl mehr geliefert werden. Das trifft vor allem die südeuropäischen Mitgliedsländer der EU, zum Beispiel Spanien.

Teheran dreht den Spieß um und wartet nicht darauf, dass sich die Abnehmerländer aus der Europäischen Union bis Ende Juni Ersatzlieferanten gesucht haben, weil man Teheran bestrafen und ihm kein Öl mehr abkaufen will. Schon in den nächsten Tagen soll ein Gesetzentwurf ins iranische Parlament eingebracht werden, der einen sofortigen Stopp der Lieferungen nach Europa vorsieht. In einer offiziellen Erklärung des Außenministeriums heißt es, dieser Schritt werde »schwerwiegende Konsequenzen für die Europäer haben«, zitiert die Nachrichtenagentur Isna aus dem Schreiben.

Die Konsequenzen dürften vor allem die Staaten treffen, die schon in schwerem Fahrwasser sind: Krisenländer wie Griechenland, Italien und eben Spanien hängen viel stärker als etwa Deutschland von iranischem Öl ab. Gemeinsam hatten sie deshalb einen Aufschub des Boyk...


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