Zweifel an der offiziellen Version

Helge Lehmann untersuchte die Todesumstände der RAF-Gefangenen in der JVA Stuttgart-Stammheim 1977

Bald 35 Jahre sind seitdem vergangen, doch noch immer ist nicht aufgeklärt, was wirklich in der Stammheimer Todesnacht geschah. Am 5. September 1977 hatte die RAF den Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer entführt. Dieser sollte im Austausch mit elf Gefangenen aus der RAF freigelassen werden. In der Nacht zum 18. Oktober 1977 stürmte die GSG-9 eine von der palästinensischen PFLP entführte Boeing 737 in Mogadischu. Am darauf folgenden Morgen wurden Gudrun Ensslin und Andreas Baader tot, Jan-Carl Raspe sterbend, Irmgard Möller schwer verletzt in ihren Zellen im Hochsicherheitstrakt Stuttgart-Stammheim aufgefunden. Baader und Raspe kamen durch Kopfschüsse ums Leben. Die offizielle Version lautet: Selbstmord. Helge Lehmann, IT-Spezialist und Betriebsrat, bezweifelt diese. Niels Seibert sprach mit dem 47-Jährigen.

Helge Lehmann: Die Todesnacht in Stammheim. Pahl-Rugenstein Verlag, Bonn. 237 S., br., 19,90 €; www.todesnacht.com

nd: Was fanden Sie Neues über die Todesnacht von 1977 heraus?
Ich bin bei meinen Untersuchungen immer kriminalistisch vorgegangen. So habe ich beispielsweise ermittelt, wie laut die nächtlichen Schüsse gewesen sein müssen, die im 7. Stock des Stammheimer Gefängnisses gefallen sind. Von einem Inhaber eines Waffengeschäfts und Hobbyschützen erhielt ich eine Schreckschusspistole mit etwa gleicher Lautstärke wie Baaders Waffe, eine FEG Kaliber 7,65 mm. Dann habe ich Örtlichkeiten gesucht, die denen der JVA Stuttgart-Stammheim sehr nahe kamen. Bei den dort durchgeführten Schussversuchen konnte ich feststellen, dass man den Schuss hätte hören müssen. Der sehr laute Knall hätte die Nacht in solch einem Gefängnis regelrecht zerrissen. Aber nach der Aussage des diensthabenden Beamten Hans Springer war es durchgehend ruhig gewesen.

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