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Bezahlte Schlechtmacherei

Trainer Wolfgang Pichler kritisiert russische Presse vor Beginn der Biathlon-WM in Ruhpolding

  • Von Sandra Degenhardt und Volker Gundrum, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.

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Die Brisanz seiner Worte ging fast unter. Russlands Biathlon-Trainer Wolfgang Pichler sprach leise, in den hinteren Reihen des Presseraumes war er kaum zu verstehen. »Die russischen Medien sind unrealistisch und hart«, sagte der gebürtige Ruhpoldinger und schickte seiner unerwarteten Aussage ein freundliches Lächeln hinterher. Sofort nach dem Ende der Team-Pressekonferenz stürmten die deutschen Journalisten ans Podium, um nachzufragen. Und sie hatten richtig gehört. Denn Pichler legte nach. »Ich glaube, dass Leute bezahlt werden, um uns schlecht zu machen«, erklärte der 57-jährige Erfolgscoach.

Das erste WM-Rennen in seiner Heimat Ruhpolding ist noch gar nicht gestartet, da holte der Bayer völlig unverhofft zum verbalen Gegenschlag aus. »Es passt vielen nicht, dass ein ausländischer Trainer gekommen ist. Deshalb wird dauernd schlecht über uns geschrieben, das ist schon fast eine Unverschämtheit«, sagte Pichler und stellte sich mit breiter Brust hinter seine Athletinnen. Taktisch war das sicher nicht der beste Zeitpunkt, doch darum schert sich Pichler nicht. Er sagt, was er denkt. Punkt.

Dabei sind die Russinnen so stark wie lange nicht. Sie führen den Nationencup an, Olga Saizewa feierte Siege und läuft regelmäßig auf das Podium, auch die anderen fahren gute Ergebnisse ein. »Ich musste schnell lernen, dass in Russland die Uhren anders ticken. Aber das spornt mich erst richtig an«, erklärte Pichler kämpferisch.

Sein Team sei stark, in blendender Verfassung. Doch die bisherigen Leistungen reichten in der Heimat nicht. Deshalb blickt Pichler auch mit Sorge in die Zukunft, Richtung Olympische Spiele 2014 in Sotschi: »Das größte Problem wird sein, ein psychisch stabiles Team zusammenzukriegen.« Helfen könnte ein Mentaltrainer. Aber das müsste ein Russe sein, »der die russische Seele kennt«.

Pichler hatte das russische Frauenteam nach der vergangenen WM übernommen. Obwohl er einst als härtester Kritiker der Mannschaft galt, die in der Vergangenheit wiederholt durch Dopingfälle Negativzeilen produziert hatte. Aber im neu strukturierten Verband sei eine neue Mentalität eingezogen. »Ich schicke hier ein sauberes, dopingfreies Team an den Start, das kann ich garantieren. Für meine Athletinnen lege ich die Hand ins Feuer«, erklärte Pichler, der bei einem Dopingfall sofort seinen Job verlieren würde. Zudem kritisierte Pichler den Weltverband: »Die IBU testet bei der WM nicht auf das Wachstumshormon. Das ist schwer begreiflich und schwach.«

Die WM in seiner Heimat - »das wird die beste WM aller Zeiten«. In der Haut der deutschen Trainer möchte er nicht stecken. »Das wird hart. Ich würde mich freuen, wenn wir der Spielverderber für das deutsche Team werden könnten.«

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