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Allianz GM-PSA: Kleiner Hoffnungsschimmer für Opel / Einschnitte befürchtet

  • Von Daniel Schnettler und Ralf Krüger, dpa
  • Lesedauer: 3 Min.

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Am Mittwochabend verkündete Opel-Mutter GM eine Allianz mit PSA Peugeot Citröen. Für Opel heißt das wieder einmal Hoffen und Bangen.

Zwei Kranke ergeben noch keinen Gesunden; können sich aber gegenseitig stützen. So lässt sich die Meinung der Experten über die Allianz zwischen Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) und dem französischen Autohersteller PSA Peugeot Citroën auf den Punkt bringen. Auch bei den Arbeitnehmern herrscht das Prinzip Hoffnung. An neuen Einschnitten kommen die Opelaner und ihre britischen Kollegen von Vauxhall aber wohl nicht vorbei.

»Das ist eine gute Nachricht für Opel«, sagt Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. Durch gemeinsame Autoentwicklung und Teileeinkauf könne Opel Geld sparen und sich das eine oder andere neue Modell leisten. Das ist auch nötig: Opel wie PSA leiden unter rückläufigen Autoverkäufen in Europa und schreiben Verluste. In der Branche tobt ein heißer Kampf um die Kunden. Bislang fiel das Spiel aber eher zu Ungunsten von Opel und Peugeot Citroën aus: VW scheint in Europa übermächtig.

Der Schulterschluss soll nun einige der drängenden Probleme lösen. Experte Franz-Rudolf Esch von der EBS Business School in Wiesbaden lobt vor allem die Dieseltechnologie der Franzosen, von der Opel profitieren könnte. Auch in Sachen Hybrid- und Elektroantriebe könnten sich beide gut ergänzen. Aber: »Die Situation für die europäischen Opel- und PSA-Werke verbessert sich durch die Kooperation in keiner Weise.«

Denn die Allianz löst nicht das Problem der Überkapazitäten, darauf weist auch Bratzel hin. Neue Modelle könnten das Problem lösen, doch erst 2016 soll das erste gemeinsam entwickelte Auto auf die Straße kommen. Die Arbeitnehmervertreter brechen denn auch nicht in Jubel aus. »Entscheidend ist, welche Freiheitsgrade Opel/Vauxhall bei der Ausgestaltung der weiteren Verträge mit PSA haben wird«, sagt Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug. Er fordert, die Mitarbeiter dürften keine Nachteile erleiden.

Das GM-Management mühte sich am Mittwoch, die frisch besiegelte Allianz und die anstehende Opel-Sanierung nicht zu verquicken. Ohnehin ist die Situation schwierig genug. Bei der letzten Sparrunde waren 8000 Jobs bei Opel und Vauxhall weggefallen und das Werk Antwerpen hatte dichtgemacht. Derzeit arbeiten 39 000 Menschen für GM in Europa.

GM-Boss Daniel Akerson stellte klar: »Diese Allianz ersetzt nicht unsere anhaltenden Bemühungen, unser Europageschäft profitabel zu machen.« 2011 hatten die Amerikaner in Europa operativ 747 Millionen Dollar verloren. Nun laufen Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über einen neuen Sparplan. »Jeder Partner muss alleine mit seinen Überkapazitäten klarkommen«, betonte auch der PSA- Konzernchef Philippe Varin. »Es wird sicherlich zu Einschnitten bei Opel kommen«, sagt Bratzel. Die Zusammenarbeit dürfte sich dennoch auszahlen. »Wir können Autos auf den Markt bringen, deren Entwicklung wir alleine nicht stemmen könnten«, so Varin.

Schon einmal ist allerdings eine Allianz von GM in Europa gescheitert: mit Fiat. »Wir haben daraus gelernt«, sagt Akerson. Für die Opelaner wäre es zu hoffen. Denn noch eine Baustelle kann der angeschlagene Rüsselsheimer Traditionshersteller nicht gebrauchen.

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