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MOSEKUNDS MONTAG

UNVERGESSEN

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 1 Min.
Herr Mosekund hatte eine Verabredung mit einem alten Freund, den er seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hatte. Sie verbrachten in Herrn Mosekunds Stammlokal einen Abend voller sentimentaler Erinnerungen an die Jugend, und als sie tief in der Nacht das Lokal verließen, seufzte der Freund gerührt: »Herr Mosekund, uns vereint immer noch gleicher Sinn, gleicher Mut.« - »Genau«, antwortete Herr Mosekund, »wo auch immer wir wohnen.« - »Freundschaft siegt, Freundschaft siegt ...« intonierte der Freund lauthals ein Lied aus der Jugendzeit, bis jemand ein Fenster aufriss und sich energisch die Ruhestörung verbat. »Unser Lied die Ozeane überfliegt!« erklärte Herr Mosekund dem empörten Bürger. »Ländergrenzen!« rief der Mann. »Wie bitte?« fragte Herr Mosekund. »Es heißt: Unser Lied die Ländergrenzen überfliegt!« Richtig, dachte Herr Mosekund und schrie begeistert nach oben: »Freund, reih‘ dich ein!« Doch der Mann war schon verschwunden. Stattdessen öffnete sich ein weiteres Fenster, ein Schwall kalten Wassers ergoss sich über die beiden Ruhestörer, begleitet von dem Ruf: »Dass vom Grauen wir die Welt befrein!« Wie schön, dachte Herr Mosekund und schüttelte sich, dass sich noch so viele Menschen daran erinnern.

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