Die konservative Utopie

Die Amish leben noch wie ihre Vorfahren, die vor 300 Jahren aus Europa in die USA emigrierten

  • Von Rudolf Stumberger
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.
Die Amish sind eine täuferisch-protestantische Glaubensgemeinschaft, die im 18. Jahrhundert von Europa in die USA auswanderte. Sie führen ein im Agrarbereich verwurzeltes Leben und orientieren sich an traditionellen Arbeitsweisen.

Soziale oder sozialistische Experimente und utopische Gemeinschaften gab es viele in der bisherigen Geschichte - meist war die Dauer dieser Projekte aber begrenzt. In Oneida, im US-Bundesstaat New York, existierte zum Beispiel von 1848 bis 1880 eine »bibelkommunistische« Kommune, deren Mitglieder die freie Liebe und Gütergemeinschaft praktizierten und erfolgreiche Unternehmen gründeten. 1500 Kilometer weiter westlich gründeten 1855 deutsche Auswanderer die Amana-Kolonie. Der Besitz war gemeinschaftlich, Löhne gab es keine und gespeist wurde in Gemeinschaftsküchen. Dieser Kommunismus dauerte bis 1934, als die große Depression dem Experiment ein Ende bereitete. Doch etwa in der Mitte zwischen Oneida und Amana - in Ohio gelegen - kann man auch heute noch ein soziales Experiment bestaunen: Die Beharrlichkeit der Amish, ihre traditionelle Lebensweise gegenüber den Anbrandungen der Moderne zu behaupten.

Fortschritt ist mittlerweile ein et...


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