Die Quadratur der Kugel

Vor 500 Jahren wurde der Kartograf Gerhard Mercator geboren

  • Von Martin Koch
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Wie kann man die Kugeloberfläche der Erde auf eine ebene Karte projizieren? Diese Frage war im 16. Jahrhundert, dem Jahrhundert der maritimen Entdeckungsreisen, für europäische Seefahrer von großer praktischer Bedeutung. Denn weder ein Globus noch die damals benutzten nicht winkeltreuen Karten erlaubten es einem Navigator auf hoher See, den Kurs sicher zu bestimmen. 1569 fand der flandrische Gelehrte Gerhard Mercator eine Lösung des Problems. Er entwickelte die später nach ihm benannte Zylinderprojektion, bei der vom Erdmittelpunkt aus die Breiten- und Längengrade auf einer tangential um den Äquator verlaufenden Zylinderfläche abgebildet werden.

Im Grunde handelt es sich bei diesem Vorgang um eine Quadratur der Kugel, die nicht vollständig durchführbar ist. Zwar gibt die Mercator-Karte die Regionen um den Äquator exakt wieder, aber sie verzerrt die in hohen Breiten gelegenen Gebiete erheblich, weswegen zum Beispiel Grönland fast so...


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