AKW Brokdorf unter Verdacht

Studie fordert neue Untersuchungen wegen erhöhter Krebsrate

  • Von Dieter Hanisch, Kiel
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

In der 1500 Einwohner zählenden Gemeinde Wewelsfleth in Schleswig-Holstein geht die Angst um. In dem Ort gibt es mehr Krebserkrankungen als anderswo. Da das Atomkraftwerk Brokdorf nur vier Kilometer entfernt ist, glauben viele an einen Zusammenhang. In einer aktuelle Studie werden nun weitere Untersuchungen gefordert.

Wewelsfleths Bürgermeister Ingo Carstens macht seit Jahren Druck wegen der vielen Krebserkrankungen in seinem Ort, doch die Verantwortlichen wiegeln ab. Carstens ist bei diesem Thema selbst betroffen, denn nicht nur seine Ehefrau, auch seine spätere Lebensgefährtin sind an Krebs gestorben. Er kennt ganze Straßenzüge mit entsprechenden Krankheits- und Sterbefällen in seiner Gemeinde und weiß um die Krebsgeschichten, die hinter etlichen Gräbern auf dem Friedhof stecken. Die Wahrscheinlichkeit, in Wewelsfleth an Krebs zu erkranken, liegt statistisch 49 Prozent über dem Durchschnitt in Schleswig-Holstein. Das hat eine Erhebung von Fällen von 1998 bis 2008 ergeben.

Die Bremer Messstelle für Arbeits- und Umweltschutz (MAUS) fordert vom Sozialministerium in Kiel nun weitere Untersuchungen. Insbesondere weist man seitens der Bremer Einrichtung darauf hin, dass radioaktive Niedrigstrahlung auch unterhalb der festgelegten Grenzwerte zu einer...

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