Der Fluch der Schneekanone

Naturschützer wenden sich an Bayerns Landtag

München (dpa/nd). Ein Bündnis aus sieben Naturschutzverbänden setzt bei seinem Protest gegen die Aufrüstung der bayerischen Skigebiete mit Schneekanonen nun auf das Parlament. In einer Petition an den Bayerischen Landtag fordern die Naturschützer die Staatsregierung auf, den Bau eines Speichersees mit einer Wasserfläche von 15 000 Quadratmetern im Skigebiet Sudelfeld zu verhindern.

»Mit 250 Strom fressenden Schneekanonen und einem riesigen betonierten Beschneiungssee gegen den Klimawandel anzukämpfen, ist kontraproduktiv, sinnlos und in Zeiten der Energiewende inakzeptabel«, sagte der Vorsitzende des Bundes Naturschutz (BN), Hubert Weiger, am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der beteiligten Verbände.

Tief liegende Skigebiete wie das Sudelfeld hätten angesichts der Klimaerwärmung keine Zukunft, argumentieren die Verbände unter Verweis auf diverse Untersuchungen. Der Speichersee und die Anlagen für den Wintertourismus störten das Landschaftsbild und beeinträchtigten damit die Attraktivität der Bergwelt für die Urlauber im Frühjahr, Sommer und Herbst.

Die Naturschützer fordern in ihrer Petition zudem, die für den geplanten Ausbau beantragten staatlichen Fördermittel abzulehnen. »Es ist nicht vertretbar, Steuergelder für kurzsichtige, nicht zukunftsfähige Maßnahmen zu verschwenden, die zugleich einen wertvollen Natur- und Landschaftsraum dauerhaft beeinträchtigen und die Entwicklung alternativer Tourismuskonzepte behindern«, heißt es in dem Schreiben.

An dem Bündnis beteiligen sich neben dem Bund Naturschutz der Deutsche Alpenverein (DAV), der Verein zum Schutz der Bergwelt (VzSB), die Naturfreunde, die CIPRA Deutschland, die Gesellschaft für ökologische Forschung und Mountain Wilderness Deutschland. Anfang des Monats hatten Aktivisten von Mountain Wilderness am Sudelfeld gegen die Pläne protestiert.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung