Auf dem Stadtplan durch die Zeit

Freiluftausstellung zum 775. Stadtjubiläum präsentiert Vielfalt

  • Von Klaus Joachim Herrmann
  • Lesedauer: 2 Min.
Das alte Berlin findet sich unter der Oberfläche – hier im Marx-Engels-Forum.
Das alte Berlin findet sich unter der Oberfläche – hier im Marx-Engels-Forum.

Mit Ausblick auf den Ort des Ereignisses verwiesen gestern die Veranstalter im Staatsratsgebäude auf eine Attraktion der 775-Jahr-Feier Berlins. So soll vom 25. August bis zum 28. Oktober auf dem Schloßplatz in Mitte ein begehbarer Stadtplan Berlins von der Größe eines Fußballfeldes die »Stadt der Vielfalt« verdeutlichen. Wo das Humboldt-Forum entstehen wird, seien rund um den Stadtplan Themen der Einwanderungsgesellschaft von Kulinarischem über Kunst bis Wissenschaft zu erleben, erläuterte Moritz van Dülmen, Geschäftsführer der Kulturprojekte Berlin GmbH.

Zur 750-Jahr-Feier sei noch in zwei getrennten Systemen gefeiert worden, erinnerte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Nun sei die Teilung Vergangenheit und man könne den Jahrestag gemeinsam begehen. Die eher unübliche Jahreszahl 775 präsentierte er als den 25. Jahrestag des 1987er Jubiläums, das wiederum 25 Jahre vor dem 800. Gründungsjahr begangen werde.

Doch legte der SPD-Politiker auf die Aktualität des Ereignisses großen Wert. Berlin sei schon immer eine Stadt der Zuwanderung, unterstrich er, und die Gesellschaft müsse ihre Offenheit tagtäglich leben. Wachstum und Dynamik beruhten seit Jahrhunderten auf Migration, so die Historiker. Hugenotten, Böhmen, polnische Wanderarbeiter, Juden aus Osteuropa, viele andere und seit dem Mauerfall eine »globalisierte junge Elite aus Kunst und Kultur« habe es nach Berlin gezogen.

Als zweiten großen Schwerpunkt von August bis Oktober gibt es zum Thema »Stadt im Mittelalter« ein Freiluftereignis in Mitte. Die Struktur von Berlin im 13. Jahrhundert soll mit Markierungen entlang der damaligen, knapp vier Kilometer langen Stadtgrenze, an den ehemaligen Stadttoren und an den wenigen erhaltenen Baudenkmälern aus der Gründungszeit weithin sichtbar werden. Gezeichnet wird ein Weg durch die ursprüngliche Doppelstadt Berlin-Cölln mit ihren Marktplätzen, Kirchen, Klöstern, Brücken, dem Judenviertel und der Stadtmauer.

Programm: www.berlin.de/775

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