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Kein Entkommen vor dem Familiengericht

Junge Frauen aus dem Nordkaukasus leben auch in anderen russischen Regionen gefährlich

  • Von Bernhard Clasen
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Wenn eine Frau im Nordkaukasus von einem Familiengericht zum Tode verurteilt ist, hat sie kaum eine Chance, ihren Verfolgern zu entkommen, auch dann nicht, wenn sie in eine andere Region Russlands flieht.

Die 22-jährige Marjam Magomedowa hatte kein gutes Gefühl, als sie der Bitte ihres Vetters Chiramagomed Schamchalow nachkam, Moskau für ein paar Tage zu verlassen, um an seiner Hochzeit in ihrem Heimatdorf Netschajewka im nordkaukasischen Dagestan teilzunehmen.

Kaum in Dagestan eingetroffen, wurde der in Moskau noch so charmante Vetter denn auch sehr deutlich: Sie habe von einem fremden Mann eine anzügliche SMS erhalten und mit dem Absender wenig später sogar telefoniert. Das seien eindeutige Beweise dafür, dass sie mit ihm geflirtet habe. Dadurch habe sie die Ehre der Familie verletzt. Schamchalow forderte Marjam auf, ihre Seite im sozialen Netzwerk »Odnoklassniki.ru« (Klassenkameraden) zu löschen, und blockierte den Internetzugang ihres Mobiltelefons.

Eines Morgens nahmen Schamchalow und Marjams Onkel Kasum Magomedow die junge Frau in ihrem Wagen mit. Das war das letzte Mal, dass Marjam lebend gesehen wurde.

Sofort nach Marj...


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