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Realitätscheck für die Uni

Immer mehr Schüler studieren parallel zur Oberstufe / TU stellte aktuelles Angebot vor

»Wir wollen vor allem Leistung fördern«, sagt Michael Wüstenberg. Das sei das Motto seiner Schule. Der Schulleiter des Lessing-Gymnasiums in Mitte entsendet regelmäßig Schüler zum Studium an die Technische Universität (TU). Das Besondere: Die Oberschüler beginnen nicht etwa nach dem Erhalt des Abiturs, sondern belegen teilweise bereits jahrelang vorher Module parallel zu ihrer regulären Unterrichtszeit.

Mehr als 50 Schüler und ihre Eltern interessierten sich für die Präsentation des Programms »Studieren ab 16«, die von der TU in der vergangenen Woche ausgerichtet wurde. Seit 2006 absolvierten mehr als 700 Schüler aus Berlin und Brandenburg ein Semester an der Hochschule, allein 90 davon im aktuellen Wintersemester. Die Schülerstudenten können aus über 60 verschiedenen empfohlenen Lehrveranstaltungen aller Fakultäten wählen. Allerdings werden individuelle Lösungen gesucht, wenn Interesse an weiteren Veranstaltungen besteht. Beliebt sind Einführungen in die Mathematik und Physik, es können jedoch auch Geistes- und Wirtschaftswissenschaften belegt werden.

Die Schüler nehmen zusammen mit anderen Studierenden an den regulären Übungen, Vorlesungen und Tutorien teil. Ein Viertel von ihnen entschließt sich am Ende, an der Prüfung teilzunehmen. Diese bestehen erfahrungsgemäß nicht alle, was jedoch keinerlei Nachteile bei einem späteren Vollstudium bedeutet. Wer jedoch die Prüfung erfolgreich durchläuft, erzielt damit eine vollwertige Studienleistung, die er für ein Bachelorstudium anrechnen lassen kann. Im Idealfall lässt sich somit sogar die Studienzeit, beim Bachelor in der Regel mindestens sechs Semester, verkürzen. Der Zweck des Programms sei aber keineswegs, die Studenten zu einem »Turbostudium« um jeden Preis zu ermuntern, so Claudia Cifire. Die Studienberaterin der TU leitet das Projekt »Studieren ab 16«. Unterm Strich profitieren reguläre Studenten sogar von dem Programm: Dadurch, dass Schüler sich ein oder mehrere Semester lang an der Universität orientieren und teilweise verschiedene Fächer ausprobieren, sinkt die Wahrscheinlichkeit eines späteren Fachwechsels, wodurch Studienplätze frei werden, die vorher »blockiert« waren. Die TU ist laut Cifire führend in der Schülerförderung im Raum Berlin.

Wer sich dem Realitätscheck für die Universität stellen möchte, muss dafür lediglich die Erlaubnis der Erziehungsberechtigten sowie eine Beurlaubung von der Schule einholen. Kosten entstehen den Schülern keine. Mit der Betreuung des Projekts und der Teilnehmenden ist eine studentische Mitarbeiterin beauftragt.

Auf der Präsentationsveranstaltung berichten erfolgreiche Schüler von ihrem Studium. Manch einer hat durch das Programm der TU sein Traumstudienfach schon gefunden. Gewarnt wird allerdings vor den Versuchungen des Selbststudiums. »Wer sich nur zurücklehnt und nie anwesend ist, wird es nicht schaffen«, so ein Schüler.

Nach Cifires Meinung wäre es das Beste, wenn alle Schüler vor dem Schulabschluss einen Eindruck von der Hochschule hätten. »Viele wollen sich vor oder direkt nach dem Abitur erst einmal orientieren«, sagt sie. Ob sich die Schulzeitverkürzung bei den Anmeldungen auswirkt, könne man noch nicht sagen.

Interessierte am Schülerstudium im Sommersemester müssen sich bis zum 1. April anmelden. Informationen unter: www.studienberatung.tu-berlin.de/ab16

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