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Tausende im Warnstreik

Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes legten Kitas und Verwaltungen lahm

»Eine Entgelterhöhung von 1,77 Prozent für die nächsten zwei Jahre bedeutet einen erneuten Reallohnverlust für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes«, sagt Helga Bunke. Für die ver.di-Landesgeschäftsführerin des Bezirks Cottbus ist das letzte Arbeitgeberangebot für die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes deshalb »kein akzeptables Angebot«. Da müsse eine deutlich bessere Offerte kommen.

Um der eigenen Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn oder mindestens 200 Euro mehr Gehalt monatlich Nachdruck zu verleihen, ist Helga Bunke gemeinsam mit weiteren Kolleginnen und Kollegen des öffentlichen Dienstes und der kommunalen Verwaltungen aus Südbrandenburg nach Potsdam gekommen. Ver.di hat zehn Busse organisiert, damit die Beschäftigten aus dem Süden des Landes an der gemeinsamen Kundgebung und Demonstration der Gewerkschaften in der Landeshauptstadt teilnehmen können. Insgesamt 30 Busse mit Streikenden aus dem ganzen Land sind nach Potsdam gefahren.

Am frühen Nachmittag versammeln sich dann rund 4000 Streikende in Potsdam. Sie ziehen lautstark und mit gellendem Pfeifkonzert, Fahnen und Transparenten vom Lustgarten durch die Innenstadt zum Luisenplatz. Bereits am Vormittag und Morgen war es darüber hinaus an verschiedenen Orten in Brandenburg zu Warnstreiks gekommen.

Laut der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) blieben am Donnerstagmorgen rund 50 kommunale Kindertagesstätten geschlossen. »Vor allem im Berlin-nahen Raum, etwa in Oranienburg, Teltow, Falkensee und Stahnsdorf, wurde gestreikt«, sagt GEW-Sprecher Erich Wangerin. Ausgenommen waren die kreisfreien Städte, da die Kitas dort nicht von den Kommunen betrieben werden.

Am Vormittag traten dann Stadt- und Kreisverwaltungen dem Arbeitskampf bei. Diese Beschäftigten folgten ebenfalls dem Aufruf der Gewerkschaften GEW und ver.di. Auch Mitarbeiter von Jobcentern, Arbeitsagenturen und Bundesbehörden legten im Laufe des Tages die Arbeit nieder, berichtet ver.di-Sprecher Andreas Splanemann. Nicht betroffen war in Brandenburg der öffentliche Nahverkehr, da dieser in der Mark ebenfalls nicht dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst unterliegt.

Die Tarifverhandlungen waren am 12. und 13. März in Potsdam gescheitert. Die nächsten Verhandlungsrunde soll nun am 28. März stattfinden. Die Beschäftigten, nicht nur aus Brandenburg, machen deshalb für ihre Forderungen seit Tagen im gesamten Bundesgebiet Druck.

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