Eine Stelle, 29 Bewerber

Eine Schlecker-Transfergesellschaft stünde vor schwierigen Aufgaben - nötig ist sie trotzdem

  • Von Velten Schäfer, Schwerin
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Heute soll die Entscheidung über die Bildung einer Transfergesellschaft für rund 11 000 Schlecker-Mitarbeiterinnen fallen. Doch was würde dies bringen? In Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel kommen schon jetzt im Einzelhandel auf eine offene Stelle 29 Bewerber. Gerade deshalb ist eine Auffanglösung nötig, meinen Befürworter.

Oskar Lafontaine fordert eine Beschäftigungsgesellschaft nach Vorbild der saarländischen Stahlstiftung für die Schlecker-Frauen. Diese Stiftung, mit der auf die Krise der Schwerindustrie in den späten 1980er Jahren reagiert wurde, hat der LINKE-Politiker wohl deshalb in Spiel gebracht, weil sie den Marktradikalen schon damals so verhasst war. Die »Zeit« etwa schäumte: Es sei ein »Trick«, mit dem »staatliche Finanzhilfen an die Stiftung« umgeleitet würden, von wo aus sie in die prallen Säckel der verwöhnten Kumpel flössen. Die Stiftung, die sich damals Lafontaines Minister Hajo Hoffmann und Saarstahl-Arbeitsdirektor Peter Hartz ausgedacht hatten, gilt unter Gewerkschaftern als Mutter aller Auffangstrukturen. Es entstand eine Institution, die sich längerfristig etwa um ABM bemühte. Außerdem wurden solide Einkommen über Jahre abgestützt.

Aber es war eine andere Zeit. Was heute vor den Schlecker-Frauen steht, heißt nicht Beschäftigung...


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