Roland Heine 28.03.2012 / Politik

Wenn die Erde zerfließt

In der Lausitz wurden viele vermeintlich standsichere Altkippen erneut gesperrt - Äcker, Wälder und Betriebe sind betroffen

Es ist ein gefürchtetes Phänomen: Plötzlich geraten frühere Tagebaukippen in Bewegung, riesige Erdmassen verwandeln sich binnen weniger Minuten in schlammigen Brei und begraben alles, was im Weg steht. In der brandenburgischen und sächsischen Lausitz passiert das immer häufiger - auch auf bereits jahrzehntelang genutzten Flächen.

Noch ist der rote Lkw nicht ganz versackt, eine Seitenfront ragt bis heute aus dem Schlamm. Wasservögel kreisen über dem Autowrack im See, dann ziehen sie weiter zum Südufer. Dort irgendwo liegt tief im Morast eine Schafherde begraben, mehr als 80 Tiere, der Schäfer überlebte damals nur knapp. Später sagte er: Es war, als wenn die Erde zerfließt.

Seit jenem 12. Oktober 2010 ist vieles anders in der Lausitz. Damals kamen auf einer alten Tagebaukippe bei Hoyerswerda in Sachsen riesige Erdmassen in Bewegung: Auf 1,8 Kilometern Länge verwandelten sich plötzlich 4,5 Millionen Kubikmeter Boden in schlammigen Brei - Wald, Wiese, Fahrwege auf 100 Hektar sackten in den Bergener See. Fünf Lkw waren dort unterwegs, ein Fahrer musste per Helikopter gerettet werden.

»Man rätselt über die Ursachen«

»Das hat man so noch nicht erlebt«, sagt Alexander Harter, Leiter eines Naturschutzgroßprojektes mit Sitz im nahen Dörfchen Bergen. Damals ...

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