Ein Platz für Kemal Altun

Hamburger Initiative will offizielle Benennung

  • Von Folke Havekost, Hamburg
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Für viele ist der kleine namenlose Platz in Hamburg-Ottensen längst der Kemal-Altun-Platz. Bezirkspolitiker wie auch die Bürgerschaftsfraktion der LINKEN wollen, dass er auch offiziell nach Kemal Altun benannt wird. Der türkische Student, der 1980 vor der damaligen Militärdiktatur aus seiner Heimat floh, nahm sich 1983 in deutscher Auslieferungshaft das Leben.

Offiziell namenlos: der Kemal-Altun-Platz in Hamburg-Ottensen

Am Nachmittag gehört der Platz dem Nachwuchs. Viele Mütter und einige Väter spielen mit ihren Kindern. Die 29-jährige Kristina (»spreche fließend Englisch«) sucht per Aushang eine Stelle als Vollzeit-Nanny »in Altona und Umgebung«. Schaukeln und Sitzbänke, eine Tischtennisplatte, zwei kleine Ballspielfelder und eine leicht erhöhte Grünfläche: Der Platz ist eine kleine Oase im dicht besiedelten Hamburger Stadtteil Ottensen, in dem die Mieten mittlerweile schneller steigen als im Rest der Stadt. Offiziell hat das Areal keinen Namen. Das soll sich ändern, finden Altonaer Bezirkspolitiker wie auch die Bürgerschaftsfraktion der LINKEN: Der Platz soll offiziell Kemal-Altun-Platz heißen.

Demos gegen Asylpolitik

Der Student Kemal Altun war 20 Jahre alt, als er im November 1980 aus der Türkei nach West-Berlin floh und einen Asylantrag stellte. Die damalige türkische Militärdiktatur griff zu einem häufig genutzten Mittel und warf dem Flücht...


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