»Ich habe ihn umgebracht!«

Georgi Markov verblüfft mit einer uralten Novelle

  • Von Uwe Stolzmann
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Georgi Markov - weckt dieser Name Bild oder Klang? Vielleicht klingt ein Wort in uns nach. Regenschirmattentat. Und wir erinnern uns: an das Jahr 78 und den Giftmord auf der Londoner Waterloo Bridge. Markov, 1929 in Sofia geboren, war ein unbotmäßiger Dichter, ein Dissident; Todor Shiwkow ließ den Exilanten liquidieren. Im Frühjahr 2010 erschien erstmals ein Prosastück des Erzählers Markov auf Deutsch, das düstere »Portrait meines Doppelgängers«, nun gibt es ein zweites Buch, wieder eine Novelle, ein Stück Fiktion mit authentischem Hintergrund.

Im Sofia der frühen Sechziger, so hat es Markov berichtet, traf der Autor eines Tages einen befreundeten Geologen. Der Freund stürzte im Verkehr auf ihn zu und rief: »Ich habe ihn umgebracht!« Und dann stammelte er etwas von einem Schäfer, den er, der Geologe, in irgendeiner Ödnis nachts am Feuer mit Lovestorys unterhalten habe, mit süßen und wehmütigen Erinnerungen, so wehmütig süß, dass den...


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