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Wider die Banalisierung der Verbrecher

Die NS-Täter - Ganz normale Menschen?

  • Von Jan Korte
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
Auschwitz-Kommandant Höß

Spätestens mit Christopher Brownings Untersuchung über das Reserve-Polizeibataillon 101 geht die NS-Täterforschung fast überwiegend von »ganz normalen« Tätern aus. Sei es die »Banalität« eines Eichmanns in der Charakterisierung von Hannah Arendt oder die Vorstellung, die Organisatoren und Exekutoren des Holocaust lebten und liebten ganz »normal«, während sie gleichzeitig sechs Millionen Frauen, Kinder und Männer umbrachten - diese heute gängige Vorstellung ist zwar ein Fortschritt gegenüber der Ansicht in den 50er und 60er Jahren, als die Mörder noch vorrangig als proletarische Gewalt- und Exzesstäter beschrieben worden sind, womit die Funktionsträger und Eliten de facto freigesprochen wurden. Mittlerweile jedoch ist dieses »Normalitätsparadigma« selber zu einem Problem geworden.

Ein vom Hannoveraner Sozialpsychologen Rolf Pohl und Politikwissenschaftler Joachim Perels, ebenfalls aus Hannover, herausgegebener Band versucht eine deu...


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