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Doppelt belegt

Nissrine Messaoudi über die Berliner Kältehilfe

Bis zu 470 Menschen täglich suchten im Winter einen Schlafplatz in den Berliner Notunterkünften. So viele wie in dieser Kältesaison waren es noch nie. Die Zahl der hilfesuchenden Obdachlosen steigt jedes Jahr. Zum Glück gibt es auch jedes Jahr Menschen und Organisationen, die die Bedürftigen aufnehmen.

Die Berliner Kältehilfe ist gut organisiert und vernetzt. Das Kältehilfetelefon weiß beispielsweise, wo noch Schlafplätze frei sind. Der Kältebus wiederum bringt Menschen, die es alleine nicht mehr schaffen, in eine Einrichtung oder kümmert sich um jene, die auch in der Kälte auf der Straße bleiben. Dadurch fiel die Zahl der Kälteopfer gering aus. Ein Obdachloser starb.

Grund zur Entwarnung gibt es allerdings nicht. Zum einen haben die Notunterkünfte nicht genügend Kapazitäten und sind bis aufs Doppelte überbelegt. Zum anderen gibt es unter den Hilfebedürftigen immer mehr Familien mit Kindern - eine erschreckende Entwicklung.

Mehr Schlafplätze für den nächsten Winter zu organisieren, ist sicher hilfreich und sinnvoll. Wer allerdings an einer längerfristigen Lösung interessiert ist, muss sich mit den Gründen der steigenden Zahlen befassen. Nur so kann man den Trend umkehren.

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