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Arbeiterkinder: Beim Abi aufgeholt, an der Uni nicht

Wissenschaftler haben die Veränderung der sozialen Ungleichheit des Bildungssystems von 1976 bis 2010 untersucht. Ihr Fazit: Wer aus einem so genannten bildungsfernen Haushalt kommt, erwirbt heute eher eine Studienberechtigung, löst sie aber seltener ein. Eine Erklärung ist, dass die Motivation zugenommen hat, weil heute Abitur für einen Ausbildungsplatz vorausgesetzt wird, wo vor 30 Jahren der Haupt- oder Realschulabschluss gereicht hätte. Ob Arbeiterkinder ein Studium antreten, hängt indes auch von politisch gesetzten Anreizen ab. So habe die Debatte über Akademikerarbeitslosigkeit in den 80er Jahren viele junge Frauen aus Arbeiterhaushalten abgeschreckt. Trotz der Fortschritte sehen die Wissenschaftler in der Schule den drängendsten Handlungsbedarf. Noch immer machen drei mal so viele Kinder von höher Gebildeten Abitur wie Arbeiterkinder.

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