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Gift macht Bienen orientierungslos

Wissenschaftler fanden Mechanismus, wie Neonicotinoid-Insektizide Nützlingen schaden

  • Von Andrea Klingsieck, Paris
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Seit dem massenhaften Bienensterben am Oberrhein im Jahre 2008 weiß man, dass Pestizide Bienen und Hummeln umbringen können. Studien aus Frankreich und Großbritannien konnten jetzt aufklären, wie das geschieht.

Hummel beim Nektarsammeln

Neonicotinoide waren einmal der letzte Schrei für den Schutz von Maispflanzen vor Insektenfraß. Doch seit 2008 dürfen sie in Deutschland wegen ihrer Bienenschädlichkeit nur noch mit Ausnahmegenehmigung eingesetzt werden. Wie zwei Studien in der Online-Ausgabe des US-Fachblatts »Science« jetzt zeigen, sollten diese Genehmigungen besser nicht mehr erteilt werden. Die Autoren um Mickaël Henry vom französischen Agrarforschungsinstitut INRA in Avignon berichteten auf einer Pressekonferenz in Paris über ihre Untersuchungen der Wirkung von Neonicotinoiden.

Die Forscher hatten dafür mit Zahnkleber winzige Radio-Chips (RFID) auf den Rücken von 653 Honigbienen befestigt und verabreichten einem Teil dieser Bienen Thiamethoxam, ein vielbenutztes Neonicotinoid-Insektizid. »Die Menge entsprach dem, was Bienen auch in ihrer natürlichen Umgebung über Blütennektar aufnehmen«, erläutert Henry. Dank der RFID-Chips konnten erstmals die Flugwege jeder...


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