Die Szene ist tot - es lebe die Szene

Wie die Berliner Clubs in den Sommer starten

  • Von Nora Korte
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Über den Dächern der Haupstadt Cocktails schlürfen, gepflegtes Abrocken im Ambiente der Goldenen Zwanziger oder mit einem kühlen Bier in der Hand Neuköllns Paradiesvögel beobachten: Berlins Nachtleben glänzt mit Vielfalt. Jetzt steht der Sommer vor der Tür und die Party-Metropole blüht auf.

Wenn Lena Karow tanzen will, fährt sie mit dem Fahrstuhl. Dieser führt in die 12. Etage eines Hochhauses am Berliner Alexanderplatz, wo sich das Berliner Szene-Publikum zu finnischen Minimal-Beats auf der Tanzfläche drängt. Die 27-jährige angehende Architektin steht mit ihren Freundinnen an der Bar und beobachtet das Treiben. Um zwei Uhr nachts ist es im »Weekend« brechend voll. Rechts neben Lena unterhält sich ein Pärchen auf den Polstern an der Fensterfront - die atemberaubende Aussicht auf die historischen Bauten an der Karl-Marx-Allee interessiert sie in diesem Moment nicht.

Wenige Straßen weiter schallt die schwedische Rockband »The Hives« aus den Boxen. »Hate to say I told you so«, brüllt die Menge im Chor. Das Konzert eines skandinavischen Hip-Hop-Künstlers ist seit einigen Minuten vorbei, das Publikum im »Roten Salon« tanzt ausgelassen. Für ein paar Stunden scheint der Semesteranfang in weite Ferne gerückt zu sein, die Gäst...

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