Neuer Geist für alte Klinik

Aus einem maroden Sanatorium soll eine Kultur- und Bildungseinrichtung entstehen

  • Von Stefan Otto
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.
Die alte Lungenklinik am Grabowsee ist ein geisterhafter Ort, an dem nachts die Käuze und Uhus zu hören sind.

Manchmal ist es das Unfertige, das einen Ort attraktiv macht. Wenn es den Gedanken Platz lässt, sich vorzustellen, was dort einmal entstehen kann. Oder, wie im Fall der alten Lungenklinik am Grabowsee, wie es dort einmal gewesen sein muss - als das großzügige Backsteinensemble noch ein Sanatorium für Tuberkulosekranke war, denen frische Luft und viel Ruhe verordnet wurden; als auf den Balkonen noch Liegestühle standen und man den Blick über eine Parklandschaft schweifen lassen konnte.

Jetzt zieren Staub und Scherben die gekachelten Fußböden. Die Metallstützen der Glasdächer haben rostige Löcher und drohen einzuknicken. Birkensprösslinge finden mit ihren Wurzeln Halt im Mauerwerk, und hinter den Garagen, die sowjetische Soldaten errichteten, hat ein Dachs seine Höhle gebaut. Länger als vier Jahrzehnte nutzte die Rote Armee das Gelände. Seit ihrem Abzug 1991 liegt es nun brach. An ein Sanatorium erinnert heute fast nichts mehr, denn ...

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