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Senat: Opfer des § 175 rehabilitieren

Bundesratsinitiative zur Wiedergutmachung / Zeitzeugen gesucht

  • Von Klaus Joachim Herrmann
  • Lesedauer: 2 Min.

Alle Beteiligten möchte der Senat in Berlin an einen Tisch bekommen, um ein »dunkles Kapitel deutscher Geschichte« zu erforschen, zu dokumentieren und in die Öffentlichkeit zu bringen. Es geht dabei um die Diskriminierung schwuler Männer, wie Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) gestern nach der Senatssitzung im Roten Rathaus informierte.

Zudem werde sich Berlin mit einer Bundesratsinitiative für die Rehabilitierung und Entschädigung schwuler Männer einsetzen, die nach 1945 wegen einvernehmlicher sexueller Handlungen verurteilt wurden, teilte die Senatorin mit. Für die LINKE begrüßte deren Rechtsexperte Klaus Lederer den Schritt und sah sieht damit eine eigene Forderung aufgegriffen.

Dilek Kolat verwies auf die 2002 vom Bundestag beschlossene Wiedergutmachung für Homosexuelle, die unter der Naziherrschaft verurteilt wurden. Nicht berücksichtigt blieben dabei Opfer des von den Nazis verschärften und in der Bundesrepublik fortgesetzt geltenden Paragraphen 175 Strafgesetzbuch. Dieser wurde erst 1969 abgemildert und 1994 abgeschafft. In der DDR stand männliche Homosexualität unter Erwachsenen bis 1968 unter Strafe.

Zur Aufhellung des Berliner Kapitels der Geschichte kündigte Senatorin Kolat Kooperation mit der Magnus-Hirschfeld-Stiftung, Universitäten und anderen an. Sie rief Zeitzeugen zur Mitarbeit auf.

Landesstelle für Gleichbehandlung - gegen Diskriminierung, Oranienstraße 106, 10969 Berlin, Tel.: 90 28-27 08, -17 67, -27 26; antidiskriminierungsstelle@senias.verwalt-berlin.de,

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