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Ausraster im Kabinengang

DEL-Finale: Beim Ausgleich der Mannheimer gegen die Eisbären Berlin kochen die Emotionen hoch

  • Von Jens Marx und Rainer Kundel, dpa
  • Lesedauer: 3 Min.

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Schon vor dem Schlussakt der Adler gingen Berlins Trainer Don Jackson die Nerven durch. Auf dem Weg in die Kabine nahm sich der Chefcoach der Eisbären bei der 1:4-Auswärtsniederlage Mannheims Kapitän Marcus Kink zur Brust und sorgte für weiteren Zündstoff im ohnehin schon explosiven Finalduell der DEL-Rekordmeister. »Das geht absolut nicht«, ereiferte sich Mannheims Manager Teal Fowler: »Kein Trainer kann sich so etwas leisten.«

Er kümmere sich nicht um Fowler, entgegnete Jackson trotzig. Er forderte vielmehr die DEL auf, sich noch einmal die Szene anzuschauen, die ihn so auf die Palme gebracht hatte: »Marcus Kink traf Busch mit dem Ellbogen am Kopf«, schimpfte Jackson. Offensichtlich hatte sich der Eisbären-Coach aber geirrt. Nicht Kink mit der Rückennummer 17, sondern Nikolai Goc mit der 77 war in den Zweikampf mit Busch verwickelt. »Ich weiß gar nicht, was Jackson da redet. Ich hatte gar keinen Zweikampf mit Busch«, betonte Kink.

Sicherlich dürften die vielen Kopfverletzungen, die die Berliner Mannschaft in dieser Saison zu überstehen hatte, Jackson derart sensibilisiert haben. So steht hinter der weiteren Karriere von Routinier Stefan Ustorf noch immer ein dickes Fragezeichen. Er fehlt den Eisbären seit mehreren Monaten.

Gleichwohl teilten auch die Berliner schon einige Male aus. Der erneut gesperrte André Rankel hatte bei einem Spiel in der Punkterunde den Mannheimer Matthias Plachta mit einem Check schwer am Kopf getroffen. Daraufhin hatte Jackson dem Gefoulten Schauspielerei vorgeworfen. Und bei der 2:5-Niederlage der Berliner am 15. Januar in Mannheim hatte der Gästetrainer sogar die Schiedsrichterkabine stürmen wollen. Fowler hatte ihm seinerzeit nicht ohne Genugtuung zugerufen: »In Mannheim kann man verlieren.«

Freunde dürften die beiden nicht mehr werden. Mindestens zwei Finalspiele hätten Jackson und Fowler in dieser Saison aber noch, um die Dissonanzen zu beseitigen. Nach dem Sieg vor heimischer Kulisse werden die Mannheimer in der Serie best-of-five (1:1) aber nicht übermütig. »Auch wenn es noch so schön war, dieses Spiel hat die Serie noch nicht entschieden. Wir haben keine Sorge, dass Berlin am Freitag versuchen wird, gewaltig zurückzukommen«, sagte Torschütze Christoph Ullmann.

Die Teams seien auf Augenhöhe, stimmte Stürmerkollege Frank Mauer zu und glaubte, einen Trend ausgemacht zu haben: »Bisher gewinnt der, der das erste Tor schießt, das war auch im Halbfinale so. Wir müssen also weiter aus der Kabine kommen wie die Feuerwehr.« In den vergangenen drei Playoff-Spielen der Mannheimer in Berlin konnten sie allerdings nicht ein einziges Tor schießen. Und die Eisbären sind jetzt erst richtig aufgeschreckt. Trainer Jackson richtete letztlich das Wort an die eigenen Spieler: »Am Freitag müssen wir besser spielen.«

Finale (best of 5), 2. Spiel

Adler Mannheim - Eisbären Berlin 4:1

(Stand: 1:1)

3. Spiel
Freitag, 19.30 Uhr, in Berlin

4. Spiel
Sonntag, 16.30 Uhr, in Mannheim

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