Ausstellung über Gulags

Neuhardenberg (dpa). Am Sonntag um 12 Uhr wird im Schloss Neuhardenberg eine Ausstellung über die sowjetischen Gulags eröffnet. Sie trägt den Titel »Gulag. Spuren und Zeugnisse 1929-1956« und ist nach Angaben der Organisatoren die erste große Schau zu diesem Thema in Deutschland. Auf rund 400 Quadratmetern sind relativ wenige Exponate aus den Lagern zu sehen, da nur wenig erhalten blieb. In geöffneten Schränken hinter Glas liegen beispielsweise ein zerschlissenes Kleid, eine Puppe, ein Koffer; auch Zeichnungen von Häftlingen. »Die Gegenstände werden so gezeigt, wie sie bisher in den Räumen der Gesellschaft Memorial in Moskau aufbewahrt wurden«, erklärte Rikola-Gunnar Lüttgenau, einer der beiden Kuratoren. »In Russland wird das Thema Gulag von Forschern konträr diskutiert«, berichtete die Wissenschaftliche Leiterin von Memorial, Irina Scherbakowa. »Die einen sehen die Lager als Maßnahme zur Umerziehung des Menschen, die anderen als System aus Zwangs- und Strafarbeitslagern.« Es gebe keinen Konsens, »wie über den Gulag erzählt werden soll«. Die Ausstellung ist bis zum 24. Juni, dienstags bis sonntags von 11 bis 19 Uhr, zu sehen und wandert danach nach Weimar. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 4,50 Euro.

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