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Im Tal der Tränen

Griechenlands Wirtschaft schrumpft weiter / Soziale Lage spitzt sich zu

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Gute Nachrichten aus und für Griechenland sind rar in diesen Zeiten. Nach dem abgeschlossenen Umtausch von Anleihen hat jetzt die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) die Kreditwürdigkeit des Landes wieder angehoben, gleich um vier Bonitätsnoten. Doch bleiben griechische Papiere auch mit einem »CCC« eine hochspekulative Anlage. Der Umtausch von Staatsanleihen in Höhe von 199 Milliarden Euro hat zwar den kurzfristigen Finanzierungsdruck vermindert, an den grundsätzlichen Problemen - hohe Schulden bei extrem schwacher Wirtschaft in der Rezession - ändert sich damit aber nichts. Auch in diesem Jahr erwartet die Agentur einen erneuten deutlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung.

Der Tourismus etwa, eine der wichtigsten Einnahmequellen Griechenlands, verzeichnete in den ersten Monaten des Jahres einen dramatischen Einbruch. Wie die Bank of Greece errechnete, sind die Einnahmen allein im Januar und Februar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 44,7 Prozent geschrumpft. Auch die Notenbank in Athen prognostiziert, dass die Talfahrt der heimischen Wirtschaft weiter gehen werde. Wegen der harten Sparmaßnahmen und geringen Investitionen sagt sie ein Minus von bis zu fünf Prozent voraus. 2012 ist damit bereits das fünfte Rezessionsjahr; in diesem Zeitraum wird Griechenland insgesamt fast ein Fünftel seiner Wirtschaftsleistung verloren haben, so die Notenbank. Sie rechnet erst ab Ende 2013 wieder mit einem kleinen Wachstum von etwa 0,5 Prozent.

Harte Sparmaßnahmen - vor allem die Senkung der Mindestlöhne und die Kürzung der Renten - haben zwar das zweite Griechenland-Rettungspaket in Höhe von 130 Milliarden Euro ermöglicht, aber auch die soziale Lage extrem verschärft. Der Frust und die Angst vor der Zukunft wachsen bei vielen Griechen. Die Arbeitslosigkeit erreichte im Januar 21,8 Prozent, von den jungen Leuten hat jeder zweite keinen Job. Gut ausgebildete Nachwuchskräfte wie Ärzte, Ingenieure und Chemiker suchen Arbeit im Ausland. Die Prognosen der Europäischen Kommission (siehe Grafik) gehen von einem Jahresdurchschnitt der Arbeitslosigkeit von über 18 Prozent aus. Zugleich setzt sich die Kapitalflucht fort; »fast zwei Milliarden Euro wandern jeden Monat ab«, heißt es bei einer der größten griechischen Privatbanken. Seit vielen Jahrzehnten war Griechenlands Lage nicht so dramatisch.
Mattes Dellbrück

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