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Delfine helfen Fischern - und sich

Delfine vor der Küste Brasiliens helfen Fischern bei der Jagd - und profitieren selbst davon. Im Verbund treiben die Großen Tümmler Meeräschen-Schwärme in die Netze der Fischer. Lohnenswerte Gebiete signalisieren sie den Menschen beispielsweise per Flossenschlagen. Ihr Vorteil daraus: Beifang und Reste als leicht gewonnene Mahlzeiten. Forscher aus Brasilien, England und Schottland haben nun die Auswirkungen auf das Sozialverhalten der Tiere untersucht. Die Ergebnisse sind im Fachjournal »Biology Letters« (DOI: 10.1098/ rsbl.2012.0174) veröffentlicht.

Die Forscher um Fábio Daura-Jorge von der Universität Santa Catarina interessierte vor allem, ob die Kooperation mit Menschen Einfluss auf das Verhalten innerhalb des Delfin-Schwarms hat. Denn nicht alle Tiere beteiligen sich an den Jagden. Von 35 beobachteten Delfinen waren 16 als Jagdhelfer aktiv, 19 hingegen hielten sich aus den Aktionen heraus.

Bei 15 der 16 Aktiven stellten die Wissenschaftler ein deutlich höheres Maß an sozialer Interaktion untereinander fest. Die Tiere verband eine sichtbare Gemeinschaft. Ein Tier entpuppte sich als echter Netzwerker: »Delfin Nummer 20« verbrachte sowohl mit den fischerfreundlichen Artgenossen als auch mit den unbeteiligten Delfinen Zeit, die wiederum am häufigsten unter sich blieben.

Warum sich einige Delfine an der gemeinsamen Jagd beteiligten und andere nicht, konnten die Wissenschaftler nicht abschließend klären. Sie vermuten eine Kombination aus Veranlagung, Ökologie und sozialem Lernen. Wie bei Menschen gehen die Forscher bei den Delfinen von einer Wissensvermittlung von älteren zu jüngeren Tieren aus.

Auch die Fischer geben nämlich ihr Wissen über die Zeichensprache der Delfine an ihre Kinder weiter. dpa/nd

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