Planlos auf dem Platz

Hertha BSC setzt schwache Saison in der Relegation gegen Düsseldorf fort

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Im Berliner Olympiastadion war alles für einen großen Fußballabend angerichtet: eine Zusatztribüne über dem Marathontor und darunter der exklusive wie ehrwürdige Spielertunnel. Eine Seltenheit. Nur galten die Vorbereitungen nicht der Heimmannschaft Hertha BSC im Relegationsspiel um den Klassenerhalt in der Bundesliga gegen den Zweitligisten Fortuna Düsseldorf, sondern dem heutigen Pokalfinale.

Nach dem Abpfiff am späten Donnerstagabend und der 1:2-Niederlage der Berliner zeichnet sich immer mehr ab, dass Hertha mindestens ein Jahr lang auf ganz großen Spiele verzichten muss – wenn statt Bayern und Dortmund Sandhausen und Aalen die Gegner sind. Viele der Berliner Zuschauer unter den 68 000 schienen das schon vor dem Anpfiff geahnt zu haben. In einem Blitzlichtgewitter hielten sie die durchaus beindruckende Kulisse fest.

Eine Überraschung wäre der Abstieg schon nach der miserablen Erstligasaison nicht gewesen. Nach dem Spiel gegen den Zweitligadritten ist er es auch nicht . Beherzter gingen die Düsseldorfer die Partie an und hatten nach elf Minuten schon zwei große Chancen zur Führung. Erst scheiterte Kapitän Andreas Lambertz aus zehn Metern an Hertha-Torwart Thomas Kraft. Kurz darauf segelte ein Flugkopfball von Adam Bodezk nur knapp am Berliner Tor vorbei. Danach bekam Hertha die Partie zwar besser in den Griff und ging nach einem Eckball und dem Kopfballtreffer von Roman Hubnik (19. Minute) in Führung. Doch viel zu selten blitzte die Klasse eines Erstligisten auf, wenn sich Hertha meist über Raffael mit direkten und schnellen Pässen durchs Mittelfeld spielte. Endstation blieb spätestens der gegnerische Strafraum. »Hertha hatte aus dem Spiel heraus kaum Torchancen«, lobte der Düsseldorfer Verteidiger Jens Langeneke die Defensivarbeit seiner Fortuna zurecht.

In der zweiten Halbzeit kam von den Berlinern gar nichts mehr. Von den Gästen umso mehr. »Der Trainer hat uns in der Pause noch mal richtig gut eingestellt«, berichtete Thomas Bröker über eine »ruhige Kabinenansprache«. Beim Stürmer war die scheinbar besonders gut angekommen. In der 64. Minute tanzte Bröker drei Herthaner im Strafraum aus und ließ auch noch Kraft mit dem Schuss ins kurze Ecke schlecht aussehen. Sieben Minuten später sorgte Herthas Adrian Ramos mit einem Eigentor für den Endstand und ließ die Düsseldorfer samt ihrem großen Anhang jubeln.

Dass noch nichts erreicht sei, betonte dennoch jeder Fortune. Hertha klammert sich an die Hoffnung, dass noch nichts verloren sei. Trainer Otto Rehhagel wolle bis Dienstag viele Gespräche führen. Bei diesen Worten wirkte er so ratlos wie seine Spieler zuvor planlos auf dem Platz.


Relegation, 1. Bundesliga
Hertha BSC - Düsseldorf 1:2 (1:0)
Düsseldorf - Hertha BSC 15.5.

Im Rückspiel muss Hertha BSC beim Zweitligisten Düsseldorf 2:1 gewinnen, um ein Elfmeterschießen zu erzwingen. Ein höherer Sieg würde den Abstieg verhindern. Der Fortuna würde für den Aufstieg ein Remis und auch eine 1:0-Niederlage reichen.
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