Hans-Dieter Schütt 12.05.2012 / Kultur

Venedigs Rätsel

Belichtung. Wenn man das Wort mit Befremdung ausspricht, erschließt sich sein Sinn auf besondere Weise. Es ist ein Schöpfungsvorgang. Wie Bebauung, Bepflanzung, Benetzung, Belebung. Belichtung: Es wird da, fotografierend, etwas mit einem Leuchten versehen, das es so bislang nicht gab.

Christopher Thomas, der Münchner, hat Venedig erfunden, mit einer Großfilmkamera, Polaroidmaterial, Stativ, dunklem Samttuch, wie ein Fotograf früherer Zeiten. Jedem Bild gingen lange beobachtende Umkreisungen voraus, Berechnungen - die Erschaffung dieser Bildwelten erfolgte nach präzisen Plänen eines Geistes, der vorm Akt langer Belichtungen im Kopf exakt Detail für Detail konstruierte, gleichsam vorausbildete, was dann Bild werden würde. Die Wirklichkeit als Produkt einer Vision. So entstand ein wunderschöner Fotoband, »Venedig. Die Unsichtbare«.

Brecht prophezeite leere Städte, von denen bleibt, der durch sie hindurchging: der Wind. Hier i...

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