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Mit Verspätung ins All

ISS-Besatzung wartet nun auf ersten privaten US-Raumtransporter »Dragon«

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Die Internationale Raumstation ISS bekommt wieder Verstärkung: Nach der Ankunft von drei neuen Crew-Mitgliedern sollen die insgesamt sechs Raumfahrer den ersten privaten US-Raumtransporter »Dragon« in Empfang nehmen. Die Mission gilt als historisch.

Fast sieben Wochen später als geplant sind zwei Russen und ein US-Amerikaner an Bord eines Sojus-Raumschiffs zur Internationalen Raumstation ISS aufgebrochen. Die wegen technischer Probleme verschobene Mission startete am Dienstagmorgen um 05.01 Uhr MESZ problemlos vom Weltraumbahnhof Baikonur (Kasachstan), wie die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mitteilte. »Alle an Bord fühlen sich gut«, hieß es.

Experten sprachen von einer »historischen Mission«, weil die drei Männer kurz nach ihrer Ankunft gemeinsam mit den anderen drei Raumfahrern an Bord der ISS den ersten privaten US-Raumtransporter »Dragon« in Empfang nehmen sollen. Der Start dieser Mission ist für Sonnabend geplant.

An Bord der Sojus waren die Kosmonauten Gennadi Padalka (53) und Sergej Rewin (46) sowie der Astronaut Joseph Acaba (44) von der NASA. Die Sojus TMA-04M soll nach zweitägiger Reise am Donnerstag an der ISS andocken - pünktlich zu Acabas Geburtstag. Padalka hat bereits drei Langzeiteinsätze im All absolviert mit einer Gesamtdauer von 585 Tagen. Er übernimmt das Kommando.

Die neue Langzeitbesatzung hatte eigentlich schon am 30. März starten sollen. Ursache der Verzögerung war nach russischen Angaben aber ein Defekt an der Landekapsel.

Die drei Männer bleiben nach offiziellen russischen Angaben viereinhalb Monate auf dem Außenposten der Menschheit in etwa 350 Kilometern Höhe. Dort halten außerdem seit Dezember 2011 der Kosmonaut Oleg Kononenko, der Astronaut Donald Pettit und der niederländische Raumfahrer André Kuipers Wache. Die ISS kommt damit vorläufig wieder auf ihre sechsköpfige Sollstärke.

Insgesamt seien in den kommenden Monaten rund 200 Experimente geplant, darunter auch zur Frage des auffälligen Kalziumabbaus in den Knochen von Menschen während des Aufenthalts im Weltraum. Mediziner beklagen, dass das Problem bei lebenden Kosmonauten schwer zu untersuchen sei. Bei Analysen von Urinproben etwa seien die Veränderungen im Kalziumhaushalt des Organismus nur ungenau zu erkennen. Außerdem habe die Besatzung in Spezialbehältern neue Stämme »kosmischer« Bakterien an Bord für biotechnologische Experimente, wie die Agentur Itar-Tass meldete.

Der erste private US-Raumtransporter soll am Samstag vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) zur ISS fliegen. Das kalifornische Unternehmen SpaceX will seine unbemannte Kapsel mit dem Namen »Dragon« mit der ebenfalls selbst entwickelten Falcon 9-Trägerrakete ins All schießen. dpa

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