Gespräche nicht möglich

Der palästinensische Gewerkschaftsdachverband krankt an sich selbst

  • Von Oliver Eberhardt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

In den Palästinensischen Gebieten geraten die Arbeitnehmerrechter immer mehr in Vergessenheit. Denn seit Jahren liefern sich die einst mächtigen Gewerkschaften einen alles lähmenden Streit um Ausrichtung und Personal. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Vor ein paar Tagen haben sie noch einmal versucht, miteinander zu reden. »Das war wieder mal sehr frustrierend«, sagt Amin Al-Baki: »Wir kommen nirgendwo hin.« Al-Baki ist Palästinenser. Und Gewerkschafter. Seine Gesprächspartner: Ebenfalls Gewerkschafter. Und die Situation? »Ich würde sagen, diese Situation stellt so ziemlich alles auf den Kopf, was man sonst so über Israel und Palästina weiß.«

Zum Beispiel dies: Al-Baki tritt für die Rechte palästinensischer Arbeitnehmer ein. Aber er tut dies nicht bei einer palästinensischen Gewerkschaft: Der 42-Jährige ist Funktionär des israelischen Gewerkschaftsdachverbandes Histadruth, versucht in deren Auftrag, Kooperationen mit palästinensischen Gewerkschaften aufzubauen. »Konflikt hin oder her«, sagt er: »Die wirtschaftlichen Strukturen sind mittlerweile so eng miteinander verwoben, dass man kaum noch einen Grenze ziehen kann. Ideal wäre, wenn starke palästinensische Gewerkschaften eng mit...

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