»Die Allmacht der Finanzmärkte in Frage stellen«

Ökonom Walter Baier von Transform! über die Interpretation der Krise und wofür die Linke in Europa streiten muss

Walter Baier ist Wirtschaftswissenschaftler und Koordinator von »Transform!«, dem »Europäischen Netzwerk für alternatives Denken und politischen Dialog«, mit Sitz in Brüssel. Über die Notwendigkeit linker Europapolitik sprach mit ihm für »nd« Carsten Albrecht am Rande des Subversiven Forums in Zagreb.

Walter Baier

nd: Was ist dran an der Geschichte der EU als Friedensprojekt?
Baier: Die gängige Erzählung lautet, dass nach Hunderten Jahren verheerender Kriege und dem Zweiten Weltkrieg als dem schlimmsten durch die europäische Integration alles gut wurde. Doch der Faschismus kam nicht aus dem Nichts. Ihm vorausgegangen sind eine Weltwirtschaftskrise und die Verelendung breiter Bevölkerungsschichten. Seine Niederlage führte zu einer dramatischen Erschütterung des kapitalistischen Systems in Europa. Im Westen wurde die Konsequenz gezogen, dass für den Erhalt des Kapitalismus Frieden und Demokratie gesichert werden müssten und die Lebensverhältnisse breiter Massen der Bevölkerung einigermaßen erträglich zu gestalten sind. Dieser Klassenkompromiss wird heute von den herrschenden Eliten in der EU aufgekündigt zugunsten einer Wirtschaftspolitik, die Parallelen zu derjenigen aufweist, die in den 20er Jahren zur Weltwirtschaftskrise und zur anschließenden Katastrophe geführt hat.

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