Langer Schatten des Misserfolgs

Sportwissenschaftler analysieren die Psychologie des Elfmeterschießens

  • Von Martin Koch
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Eine der bekanntesten Fußballweisheiten lautet: Wer im gegnerischen Strafraum gefoult wird, sollte den fälligen Elfmeter nie selbst schießen. Dass viele Menschen diesen Ratschlag für begründet halten, lässt sich psychologisch erklären: Ein gefoulter Spieler, der einen Strafstoß vergibt, bleibt eher im Gedächtnis haften als jemand, dem als nicht gefoulten Spieler das gleiche Missgeschick widerfährt.

Hinzu kommt, dass aus einer häufig wiederholten Warnung leicht eine »sich selbst erfüllende Prophezeiung« werden kann. Das heißt: Ein gefoulter Spieler fühlt sich am Elfmeterpunkt durch die ihm bekannte Fußballweisheit so unter Druck gesetzt und verunsichert, dass er den Ball erst recht verschießt.

Folglich sollte man eigentlich annehmen, dass ein gefoulter Elfmeterschütze weniger erfolgreich ist als laut Statistik zu erwarten wäre. Ob das tatsächlich zutrifft, haben Wissenschaftler der Universität Halle-Wittenberg anhand von 853 Fou...


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