100 Milliarden für britische Banken

Regierung und Zentralbank wollen günstige Kredite zu gelockerten Konditionen vergeben

London (nd/AFP). Die britische Regierung und die Notenbank wollen angesichts der sich durch die Euro-Krise verschärfenden Spannungen an den internationalen Kapitalmärkten ihren eigenen Banken Geld zu günstigen Konditionen leihen. Die Kreditinstitute sollten mit billigen Krediten versorgt werden, wobei mehr Sicherheiten als bisher akzeptiert werden. Dazu zählt etwa, dass die Banken selbst ausreichend Kredite an Unternehmen und Verbraucher vergeben haben. Ziel der Maßnahme ist es, dass die Banken selbst mehr Geld verleihen, um so die Wirtschaft anzukurbeln, kündigten Finanzminister George Osborne und Zentralbank-Chef Mervyn King am Donnerstagabend an. Fließen soll das Geld in den kommenden Wochen. Die Rede ist von rund 100 Milliarden Pfund.

Die britische Wirtschaft ist seit der Finanzkrise 2008 geschwächt. Die Banken können sich selbst nur relativ teuer mit frischem Geld versorgen, und sie müssen sich als Lehre aus der Krise mit zusätzlichen Kapitalpolstern gegen neue Krisen absichern. Außerdem befürchtet King zusätzliche Engpässe bei der Finanzierung auf dem Kapitalmarkt durch die Euro-Krise. »Die heutigen außergewöhnlichen Umstände sind Grund für ein vorübergehendes System zur Finanzierung von Banken«, sagte Zentralbank-Chef King. Finanzminister Osborne betonte, »ein Mangel an Krediten schädigt die Unternehmen und kostet Jobs«.

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