Philipp Hedemann, Mai-Aini 20.06.2012 / Politik

Folter oder Flucht

Geschichten aus dem Lager Mai-Aini

Eritrea im Nordosten Afrikas gehört zu den wichtigsten Herkunftsländern von Flüchtlingen. Wer von dort kommt, der flieht vor Folter oder dem Tod - und landet oft in dem Flüchtlingslager Mai-Aini, in der Region Tigray in Nordäthiopien.

Der eritreische Flüchtling Habtu Russom mit anderen Campbewohnern.

»Ich wollte nur noch weg. Weg oder sterben«, flüstert Yonas. Yonas ist nicht gestorben. Er ist weg. Weg aus Eritrea, weg aus einem der ärmsten und brutalsten Länder der Welt. Jetzt lebt er im Flüchtlingslager Mai-Aini im Norden Äthiopiens. Doch angekommen ist Yonas noch nicht. Er ist immer noch auf der Flucht. Yonas ist einer von Millionen Flüchtlingen weltweit.

Nach Schätzungen des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen sind weltweit 43,7 Millionen Menschen auf der Flucht. Mit dem heutigen Weltflüchtlingstag will die UNO auf das Schicksal der Vergessenen aufmerksam machen.

Yonas liegt auf dem festgestampften Lehmboden, die Arme hinter dem Rücken verschränkt, die Beine angezogen. »So haben sie mir im von den Italienern erbauten Foltergefängnis Arme und Beine zusammengebunden. Stundenlang. Sie nannten es ›otto‹, Italienisch für ›acht‹, weil der Körper eine Acht bildet«, sagt Yonas mit kaum wahrnehmbarer Stimme. Narben an seine...

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