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Vergesst das Lachen nicht

Humorvolle Menschen gehen stressfreier durchs Leben

  • Von Klaus Rautenfeld
  • Lesedauer: 3 Min.
Lachen halbiert das Herzinfarktrisiko, ermittelten US-Mediziner kürzlich in einer Studie. Und auch immer mehr andere wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen die alte Weisheit: Lachen hält gesund.

Wer lacht setzt im Körper eine ganze Menge in Bewegung: Bis zu 300 verschiedene Muskeln sind beim Lachen in Aktion (Foto: dpa). Die Sauerstoffversorgung des Gehirns steigt, das Herz schlägt langsamer und der Blutdruck sinkt. Dr. Winfried Häuser, leitender Facharzt für Psychotherapeutische Medizin am Klinikum Saarbrücken, berichtet über Studien, wonach durch das Lachen auch die Immunabwehr gestärkt und die Verdauung angeregt wird. Herzhaftes Lachen hilft, die Skelettmuskulatur zu entspannen und regt den Körper an, Glückshormone und schmerzstillende körpereigene Substanzen auszustossen, sagt Dr. Häuser. Gleichzeitig sinke die Konzentration von Stresshormonen im Blut.

Der Volksmund weiß es schon lange: »Lachen macht gutes Blut«, sagen die Italiener und in Indien heißt es: »Der beste Doktor ist das Lachen«. Jedes Mal, wenn ein Mensch lacht, fügt er seinem Leben ein paar Tage hinzu«, formulierte einst der Schriftsteller Curzio Malaparte. Inzwischen sind auch viele Mediziner seiner Meinung.

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich die Gelotologie mit den Zusammenhängen zwischen Heiterkeit und Gesundheit. Lach-Mediziner haben seitdem eine Vielzahl von wissenschaftlichen Belegen für die positiven Wirkungen des Lachens auf die Gesundheit gefunden.

Was erwiesen ist: Humorvolle Menschen gehen stressfreier durchs Leben als diejenigen mit wenig Sinn für Heiterkeit. Lachen ist ein wichtiges Gegengewicht zur Anspannung, die uns im Alltag so oft begegnet. Sinkt die Spannung durch das Lachen, reduziert sich auch der Anteil der Stresshormone im Körper auf einen Normalwert. Das Immunsystem kann wieder normal arbeiten und effizienter Krankheitserreger bekämpfen.

Lachen bringt den Körper auf Trab

Beim Lachen klettert der Puls in Windeseile auf 120 Schläge pro Minute und die Lungenflügel dehnen sich. Dadurch verbessert sich die Durchblutung. Zwerchfell und Bauchmuskulatur werden angespannt, um den Atem mit etwa 100 Kilometer pro Stunde durch die Luftröhre zu pressen. Regelmäßiges Lachen kann somit auch helfen, das Lungenvolumen zu erweitern. Es erhöht den Gasaustausch bei der Atmung und führt dadurch zur Sauerstoffanreicherung im Blut. Herzhaftes Lachen bringt so den gesamten Körper auf Trab. Für viele Krankheiten könnte sich Lachen als »Zusatztherapie« eignen - beispielsweise für Diabetes.

Immunologen der Loma Linda University in den USA haben herausgefunden, dass Diabetiker durch häufiges Lachen unter anderem ihre Cholesterin- und Entzündungswerte verbesserten und das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen sank.

Die Teilnehmer an der Studie hatten täglich einen selbst gewählten 30-minütigen Film gesehen, der sie zum Lachen brachte. Der französische Arzt und Wissenschaftler Henri Rubinstein konnte in seiner Praxis mit Lachtherapien bei unterschiedlichen Krankheiten wie einer Verengung der Herzkranzgefäße, Muskelverspannung und Depression verblüffende Resultate erzielen.

Lachen hat zudem positive psychologische Effekte. Es lockert Komplexe und senkt psychologische Hemmschwellen. Schwierige Situationen können durch Humor und Witz bereinigt werden. »Lachen ist das gesündeste Ventil, um angestaute Aggressionen abzulassen«, wissen Psychologen.

Endgültig erforscht ist die gesundheitsfördernde Wirkung des Lachens aber noch lange nicht. »Auf wissenschaftlicher Basis gibt es dafür erst wenige Belege«, sagt Professor Dr. Willibald Ruch, der am Psychologischen Institut der Universität Zürich lehrt. Er ist Mitherausgeber des »International Journal of Humor Research« und befasst sich neben den verschiedenen Aspekten des Humors auch mit anderen Themen der »positiven Psychologie«. »Man muss der Forschung mehr Zeit geben«, betont er.

Empirisch abgesichert sei heute auch der Einfluss des Lachens auf die Schmerzwahrnehmung. Lachen hilft, körperliche Schmerzen leichter zu ertragen. Professor Ruch selbst hat eine umfangreiche Studie mit COPD-Patienten durchgeführt, bei denen das regelmäßige Lachen die Funktionsfähigkeit der Lungen verbesserte.

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