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Die offene Gesellschaft

Karl Popper und die Bedeutung eines missverständlichen Begriffs

  • Von Peter Monnerjahn
  • Lesedauer: ca. 8.0 Min.

Wann immer wir lesen, dass in diesem oder jenem Land Frauen nicht Auto fahren, Mädchen nicht zur Schule gehen, Schwule nicht offen leben oder Menschen ihr Land gar nicht verlassen dürfen, sind wir ein bisschen beruhigt, dass wir selbst in einer »offenen Gesellschaft« leben. Wenn Josef Ratzinger in Kuba eine »offene Gesellschaft« anmahnt - so jüngst geschehen während des Papst-Besuchs bei Fidel Castro -, dann meint er damit, dass alle Kubaner Zugang zu den Institutionen der Gesellschaft haben sollten und dass das Land sich anderen Menschen und deren Ideen öffnen sollte. Es scheint ein Konsens darüber zu bestehen, dass sich hinter dem Begriff »offene Gesellschaft« nicht viel mehr verbirgt als Vielfalt und Freiheit von Unterdrückung und Diskriminierung. »Offen« heißt hier, dass den Menschen der Zugang zur Gesellschaft nicht verstellt sein soll - etwa durch das falsche Geschlecht, die falsche Gesinnung oder die falsche Schicht, in die man ...


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