Der erste Mord

In der JVA Tegel spielen Gefängnisinsassen »Kain und Abel«

  • Von Anouk Meyer
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.
Darsteller im Gefängnishof

Unversöhnlich stehen sich die beiden Männergruppen gegenüber, in rötlichen Schürzen die einen, in olivgrünen die anderen. Flöte oder Pflug, Schafzucht oder Ackerbau, das ist die Frage. Zwei Männer treten vor, es kommt zum direkten Streit. Dann blitzt ein Messer auf, einer der Männer sinkt stöhnend zu Boden. Im Hof der Justizvollzugsanstalt Tegel zeigt das Gefängnistheater aufBruch den ersten Mord der Menschheit, die Geschichte von »Kain und Abel«.

Gespielt wird auf und vor einem Gerüst auf dem großen umzäunten Stück Wiese, das sonst als Freiganggelände dient. Den Hintergrund bilden zwei Flügel der Teilanstalt 2 - rotbraune Backsteingebäude mit vergitterten Fenstern, aus denen hie und da Stimmen herüberwehen. Ein passender Ort, um über Schuld und Sühne zu reflektieren, über Eifersucht, Rache und Strafe.

Das Thema ist kein Zufall: aufBruch-Gründer Peter Atanassow, der seit 15 Jahren Theater mit inhaftierten Straftätern macht, such...


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