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Gold-Oma

Nadine Kleinert gewann nach vier Mal Silber bei WM und Olympia bei der EM in Helsinki erstmals Gold

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 2 Min.

Seit vergangenen Mittwoch musste sich Nadine Kleinert bei den Europameisterschaften in Helsinki jeden Morgen etwas Neues für die deutsche Leichtathletikmannschaft einfallen lassen, das Motto des Tages. Am Freitag gab die Kapitänin dem DLV-Team folgendes mit auf den Weg: »Kämpft mit Leidenschaft, siegt mit Freude, verliert mit Respekt, aber gebt niemals auf.« Am Ende des Tages hatte niemand die Vorgabe besser umgesetzt als sie selbst. Kleinert gewann das Kugelstoßen und stand erstmals bei einer internationalen Meisterschaft ganz oben auf dem Treppchen.

Aufgegeben hat die Magdeburgerin in ihrer langen Karriere nie. 1999 holte sie mit WM-Silber in Sevilla ihr erstes Edelmetall. 2004 wurde Kleinert in Athen Olympiazweite. Nur einmal dachte sie ans Aufhören, als sie 2007 mit einem Wechsel zum Profiboxen liebäugelte. Aber die 36-Jährige, die sich selbst als »Kugelstoß-Oma« bezeichnet, »kann einfach nicht ohne Kugel«.

Weil Kleinert nicht von dem 4 Kilogramm schweren Eisen lassen kann, hat sie auch schon die Weichen für ihre Zukunft gestellt. Natürlich in ihrer Heimatstadt. Seit 2010 trainiert sie an der Sportschule Magdeburg den Wurf- und Stoßnachwuchs im Alter von 14 bis 17 Jahren. Nach dem Ende ihrer aktiven Karriere will sie dies hauptamtlich weiterführen.

»Schluss, Aus, Ende.« Diese Saison soll tatsächlich endgültig Kleinerts letzte sein. Doch die jungen Talente müssen noch ein wenig warten. Ein Ziel hat sie noch: ihre vierte Teilnahme an Olympischen Spielen, in diesem Sommer in London. Vielleicht reicht es im Olympiastadion dann gar zu ihrer insgesamt zehnten Medaille bei Großereignissen.

Auf jeden Fall nimmt Kleinert zu ihrem dann 50. Auftritt im Nationaltrikot jede Menge Rückenwind mit aus Helsinki. Im fünften Anlauf gewann sie ihre erste EM-Medaille - und ihre erste goldene. »Die Siegerehrung hat mir fast ein bisschen zu lange gedauert, ich wollte endlich die Hymne hören«, erzählte sie später. Darauf musste sie 15 Jahre warten, nachdem sie 1997 in Ljubljana U23-Europameisterin geworden war.


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