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Bald nur noch der Höllentalferner übrig?

Bayerischer Gletscherbericht zeichnet düsteres Bild

Die bayerischen Alpen werden in absehbarer Zeit bei gleichbleibendem Klima nur noch einen statt bisher fünf Gletscher haben. Nur der Höllentalferner auf der Zugspitze ist noch nicht von einem baldigen schnellen Abschmelzen bedroht, wie der vom bayerischen Umweltminister Marcel Huber (CSU) am Montag in München vorgestellte erste bayerische Gletscherbericht ergab. »Gletscher sind Mahnmale des Klimawandels: Sie reagieren besonders schnell und stark auf die Veränderungen des globalen Klimas«, erklärte Huber.

Dem Bericht zufolge reduzierte sich die Gesamtfläche der Gletscher in Bayern seit 1820 von vier auf nur noch 0,7 Quadratkilometer. Wegen seiner Lage und dem großen Eisvolumen hat laut Huber der Höllentalferner auf der Zugspitze Hoffnungen auf eine längere Überlebensdauer, auch der nördliche Schneeferner ebenfalls auf der Zugspitze werde noch über das Jahr 2020 hinaus eine Zukunft haben. Der südliche Schneeferner auf der Zugspitze werde hingegen bald ganz geschmolzen sein.

Auch für die in den Berchtesgadener Alpen gelegenen Gletscher prognostiziert der Bericht ein baldiges Abschmelzen. »Der untere Teil des Blaueises und der Watzmanngletscher werden in den nächsten Jahren verschwinden«, heißt es in dem Bericht. 2007 hätten beide Gletscher noch etwa 15 Meter Eisdicke gehabt, seither aber jedes Jahr etwa einen Meter verloren. Damit könnten beide bis 2020 nahezu verschwunden sei. Der obere Teil des Blaueises könne durch die höhere Lage und eine starke Schattenlage noch länger überdauern.

Huber erklärte, durch das Schmelzen sei vermehrt mit alpinen Gefahren, einer Gefährdung der Trinkwasserspeicher und mit Hochwasser zu rechnen. Auch Wildbäche, Bergwälder und die Tier- und Pflanzenwelt seien bedroht. Als einen Baustein zum Schutz der Alpenwelt werde derzeit zusammen mit dem Deutschen Alpenverein an dem Projekt »Nachhaltiger Bergsport« gearbeitet. »Wir wollen den sanften Naturtourismus stärken. Jeder soll die Berge erleben, genießen und verstehen können, ohne die Lebensräume von Tieren und Pflanzen zu gefährden.« Details am Programm würden erarbeitet. AFP

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