Revolte in Japans Regierungspartei

Aber nicht das Wiederanfahren der ersten Atomkraftwerke bringt Premier Noda in Bedrängnis

  • Von Daniel Kestenholz, Bangkok
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Gut möglich, dass sich Japans Premier Yoshihiko Noda demnächst in die Galerie seiner fünf Vorgänger seit 2006 einreiht, die kein Jahr lang im Amt überdauerten: 50 Abgeordnete haben seine Demokratische Partei (DPJ) jetzt verlassen. Der Grund war allerdings nicht Nodas Energiepolitik.

Vor der Residenz des japanischen Premierministers Yoshihiko Noda protestierten am Wochenende Tausende Japaner gegen die Rückkehr zur Nuklearenergie. »No Nukes, no Noda«, hieß es auf einem ihrer Transparente. Am Sonntag nämlich wurde als erster von 50 Atommeilern, die nach der Katastrophe von Fukushima im März 2011 zwecks Überprüfung stillgelegt worden waren, Reaktor 3 des südwestjapanischen AKW Oi wieder angefahren. Bereitschaftspolizei sicherte das Kraftwerk gegen Demonstranten, die auch dort aufmarschiert waren. Reaktor 4 soll am 14. Juli ans Netz gehen, weitere Anlagen dürften folgen. Andernfalls, warnte Premier Noda, seien Stromversorgung, Wirtschaftsleistung und Lebensstandard Japans nicht zu garantieren.

Gefahr sieht Premier Noda derzeit von anderer Seite: Da ist zunächst Ichiro Ozawa, bisher ein Schwergewicht in Nodas Demokratischer Partei (DPJ), das seine jüngste Drohung wahr gemacht und die DPJ mit Dutzenden weiterer Abgeor...


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