Marcus Meier 07.07.2012 / Kolumnen
Anti-Kohlekraft-Bewegung

»RWE weiß nicht, was wir genau vorhaben«

Waldbesetzer trotzem Energiekonzern

Mit gewaltfreien, an jenen der Anti-AKW-Bewegung orientierten Aktionen wollen linke Umweltschützer die Rodung des Hambacher Forstes bei Köln verhindern. Energieriese RWE plant den Kahlschlag, um Platz zu schaffen für den Tagebau Hambach – dessen Braunkohle in einem der klimaschädlichsten Kraftwerke der Welt verfeuert wird.

Kletterübung für den Tag X: Vicky hängt in den Seilen.
Noch wird hier nicht abgerissen, sondern aufgebaut. Nina schwingt den Vorschlaghammer, rammt einen Holzpfeiler in den Waldboden. Äste werden zurecht gesägt, mit Band an den Pfeiler geknüpft. »Wir bauen gerade unser keltisches Wohnhaus aus, das ist quasi unser Wohnzimmer«, erläutert Nina, die Anti-Kohlekraft-Aktivistin. Im Wohnhaus stehen bereits ein paar Sofas (was nicht unbedingt ur-keltischen Traditionen entspricht!), auf denen junge Menschen entspannen, die sich nicht wirklich dem bürgerlichen Dress Code verpflichtet fühlen. Das Wohnzimmer nach Keltenart, es steht mitten im Hambacher Forst, der seit April von meist linken Umweltschützern besetzt wurde. Sie wollen verhindern, dass der Forst – exakter das, was von dem 4500 Hektar großem Waldgebiet übrig blieb – gerodet wird. Vicky, eine Waldbesetzerin, macht Kletterübungen. »Wald statt Kohle« steht auf dem Transparent, vor dem sie turnt. Insbesondere mit Abseilaktionen wie bei Castor-Transporten sollen die Rodungsarbeiten behindert werden. »Wir haben viele Erfahrungswerte von der Anti-AKW-Bewegung übernommen, aber auch von der schottischen Anti-Kohle-Bewegung und vom Kampf gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens«, sagt Peter, ein angehender Student. »Auch Beton wird bei unseren Aktionen eine Rolle spielen«, deutet der Besetzer an. Der Hambacher Forst soll dem Braunkohletagebau Hambach weichen, der sich langsam durch das Rheinische Braunkohlerevier frisst – Wälder, Häuser, ganze Dörfer verschlingend.

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