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Defizite in Heimen überwunden

Bildungsministerin Münch stellt sich vor die Haasenburg GmbH

  • Von Wilfried Neiße
  • Lesedauer: 2 Min.

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In der Debatte um die Unterbringung Jugendlicher in geschlossenen Heimen in Neuendorf, Jessern und Müncheberg hat sich Bildungsministerin Martina Münch (SPD) vor den Träger Haasenburg GmbH gestellt. Frühere Defizite dieser Einrichtungen seien überwunden, gab sie bekannt.

Die Landtagsabgeordnete Marie Luise von Halem (Grüne) hatte auf den Vorwurf hoher Gewinnmargen der GmbH verwiesen sowie auf einen kritischen ZDF-Fernsehbeitrag mit dem Titel »Geschlossene Jugendheime - Geschäft mit Schwererziehbaren«. Marie Luise von Halem wiederholte den Vorwurf, das in den Heimen beschäftigte Personal sei nicht ausreichend qualifiziert. Nachdem in diesen Heimen betreute Jugendliche straffällig und gewalttätig geworden seien, habe das Landgericht Berlin ausbleibende Erziehungserfolge »nicht zuletzt« auf die »dortigen Erziehungsmethoden« zurückgeführt.

Laut Münch sind »junge Menschen ab einem Alter von 12 bis 13 Jahren mit schwerwiegenden psychischen Störungen« die Zielgruppe der Haasenburg GmbH. Bei ihnen liege eine Störung infolge von Misshandlung und Vernachlässigung durch die Eltern vor.

Münch räumte ein, dass in der Vergangenheit bei Kontrollen in den Einrichtungen der Haasenburg GmbH Mängel festgestellt wurden. So habe es vier Fachkräfte weniger gegeben, als es die Betriebserlaubnis vorgesehen habe. Die vom Landesjugendamt erteilten Auflagen habe der Träger aber »in allen Fällen zeitnah« erfüllt. Gegenwärtig seien keine Mängel in der Betreuung der Kinder und Jugendlichen bekannt, die ein Eingreifen erfordern würden.

Zum Vorwurf, der Angriff von Heiminsassen auf Erzieher sei »auf eine unzureichende und ineffektive Behandlung« zurückzuführen, sagte Münch, dass Jugendhilfeeinrichtungen auf medizinische Bewertungen und Beratungen angewiesen seien. Das Landesjugendamt habe in den betreffenden Fällen auf dem Wege einer psychologischen Begutachtung die Notwendigkeit einer psychiatrischen Behandlung verneint.

Dass ein später aggressiver Jugendlicher zuvor in Gewaltfantasien geschwelgt habe, sei wiederholt bei Ärzten angesprochen worden, und man habe auch um Ratschläge für eine Behandlung gebeten. Dokumentiert sei die Aussage eines Facharztes, der Jugendliche wolle Aufmerksamkeit auf sich ziehen, es sei aber nicht zu befürchten, dass er versuchen werde, seine Fantasien auszuleben.

Zu der Darstellung, die Haasenburg GmbH verbuche eine nicht unerhebliche Gewinnmarge in Höhe von 3,1 Millionen Euro in fünf Jahren, sagte Münch, ein Vergleich mit anderen Gesellschaften zeige, dass der Bilanzgewinn nicht identisch mit dem tatsächlichen Gewinn sein müsse. Die naheliegende Überprüfung, ob die Tagessätze für die Betreuung der Jugendlichen sparsam berechnet sind, sei Angelegenheit des zuständigen Jugendamtes.

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