Das verlorne Ich und der Sommer

Das 300. Poesiealbum: Gottfried Benn

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Dem Dichter Gottfried Benn ist das 300. »Poesiealbum« gewidmet - Jubiläum also der einmaligen deutschen, inzwischen 45 Jahre alten Reihe, die Editions- und damit Literaturgeschichte schreibt; einst begründet im FDJ-Verlag Neues Leben (erster Herausgeber: der Dichter Bernd Jentzsch), seit einiger Zeit liebevoll weitergeführt vom Märkischen Verlag Wilhelmshorst, herausgegeben dort vom Dichter Richard Pietraß.

Benn (1886 bis 1956) ist ein Vielbeschriebener, ein en masse Erkundeter. So ein Poesiealbum ist also kein sekundärliterarisches Erweiterungsblatt, es ist ein Angebot zur Spurensuche in jenem Millimeterbereich seelischer Eruptionen. Benns Biograph Gunnar Decker schreibt von den Gedichten: »Sie beschwören Gott allein in der Gewissheit seiner Nichtexistenz. Sie ankern im Bodenlosen, behaupten das Sein mitten im Nichts.«

Das ist bei Benn der Triumph jeder Existenz: Sie weiß, sie hätte Hilfe von Höherem dringend nötig - da es aber...


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