Kein Geld für Strom

Immer mehr Bundesbürger können Energiepreise nicht zahlen

Immer mehr Bundesbürgern droht die Energiearmut. Schuld daran sind vor allem steigende Strompreise. Allein zwischen 2000 und 2010 haben sie um teilweise 60 Prozent zugelegt. Die nun eingeleitete Energiewende wird den Saft aus der Steckdose nochmals verteuern. Vor allem für Hartz-IV-Betroffene hat das fatale Konsequenzen. Im vergangenen Jahre drehten die Versorger 200 000 von ihnen zumindest zeitweise den Strom ab. Die Bundesregierung kennt das Problem, blieb bislang aber untätig.

Andreas* ist manisch depressiv. Wenn es ihn packt, dann geht er für Wochen nicht raus, er isst kaum was. »Offizielle Briefe landen dann auf einem Stapel«, sagt er. »Ungeöffnet, versteht sich.« Bei der Telekom hat er lange schon keinen Anschluss mehr, weil er Schulden hat und sie nicht begleichen kann. »Strom haben sie mir vor anderthalb Jahren abgestellt. Da lebte ich in Hanau.« Es war in der Zeit, als er einen Zusammenbruch hatte. Das Jobcenter überwies zwar bis zum Ende des Bewilligungszeitraums die Miete, aber die Stadtwerke Hanau ließen sich nicht hinhalten. Bald war die Stromleitung tot. »Wenn man es gewohnt ist, auf den Schalter zu drücken, und es kommt das Licht, dann ist das ein seltsames Gefühl, wenn alles duster ist. Ich machte mir überall Teelichter an. Zum Glück hatte ich einen Herd, der mit einer Gasflasche betrieben wurde, und ich hatte einen Ofen.«

Erst jetzt kümmerte er sich um die angehäufte Korrespondenz. Die letzte Mahnung über 1217,84 Euro kam am 5. Januar 2011. Die Sperrung der Stromversorgung ließ nicht lange auf sich warten, der Vollzug wurde ihm bereits am folgenden Tag in einem Schreiben mitgeteilt: »Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, auf unsere Mahnung haben Sie bis zum heutigen Tag nicht reagiert. Wegen der unten aufgeführten immer noch offenen Forderungen sahen wir uns leider gezwungen, die Strom- bzw. Gaslieferung einzustellen.« Die Sperrkosten betrugen 78,72 Euro, das Entsperren 93,68 Euro.

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, benötigen Sie ein entsprechendes Abo. Wenn Sie schon eins haben, loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo: