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Knüller mit Knolle

Er hat ihn auf seiner Seite: den Knolleffekt. Guillermo Mordillo, 1932 in Buenos Aires geboren, seit den sechziger Jahren ein Europäer, zunächst Paris, inzwischen Monaco und Mallorca - er hat die Knollennase und den luftballonösen Bauch zu Kennzeichen seiner Kunst erhoben. Die Nase ist das Organ, das in den Raum stößt, ihn erobert - es kann kein Zufall sein, dass die US-Amerikaner ihr Unternehmen zur Einkreisung und Ergreifung des Weltalls - NASA nannten.

In München ist vor wenigen Tagen eine Ausstellung mit Werken Mordillos aus allen Abschnitten seines Lebens eröffnet worden. Bereits seine frühen Zeichnungen für die Trickfilmreihe um den Matrosen Popeye offenbaren den speziell nasalen Ton dieser komischen Art, auf den Menschen zu blicken. Mordillo ist nämlich zweifelsfrei davon überzeugt, dass dieses triumphal tapsige, teuflische und tofflige Wesen der Evolution wirklich nicht ganz rund läuft; er macht den Menschen deshalb rund - was wörtlich zu verstehen, aber in übertragenem Sinne sehr wohl auch als Metapher dafür zu nehmen ist, dass er ihm die Leviten liest. So lüstern wie liebend.

Die Cartoons gibt es ab 1966, zunächst nur in Frankreich. In Deutschland erschienen die Bildgeschichten zuerst im »Stern«, ab Mitte der 70er Jahre dann zeichnete Mordillo auch Trickfilme für ARD und ZDF. Bis heute zeichnet der Argentinier ohn' Unterlass, fast jeden Tag. Begleitet von klassischer Musik. Von Mozart kommt wahrscheinlich der Glückseifer der Knollen, von Vivaldi deren Ehrgeiz zum Schwung, von Beethoven die Lächerlichkeit ihrer Beflissenheit.

Am morgigen Freitag wird Guillermo Mordillo 80 Jahre alt.

hds

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