Annan verlässt das Kriegstheater

Nach dem Rücktritt des UN-Sondergesandten sinkt Hoffnung auf politische Lösung in Syrien

  • Von Karin Leukefeld, Damaskus
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Der Rücktritt des UN-Sonderbeauftragten für Syrien, Kofi Annan, ist in Damaskus mit gemischten Reaktionen aufgenommen worden. China und Russland gaben dem Westen die Schuld am Scheitern des Diplomaten.

Das syrische Außenministerium bedauerte die Entscheidung des ehemaligen UNO-Generalsekretärs. Damaskus habe seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Annan und der Beobachtermission gezeigt und fühle sich weiter dem Sechs-Punkte-Plan verpflichtet. Die Mission Annans sei an den Staaten gescheitert, weil »Staaten im UN-Sicherheitsrat für die UN-Mission gestimmt hätten, ohne die Absicht zu haben, Syrien wirklich aus der Krise herauszuhelfen«. Die Unterstützung bewaffneter Gruppen diene der Destabilisierung des Landes und habe die Mission Annans verhindert.

Der Vorsitzende der Syrischen Gesellschaft für die Vereinten Nationen, George Jabbour, zeigte sich im Gespräch mit der Autorin in Damaskus nicht überrascht von der Entscheidung Annans. Es habe keinen Fortschritt während des UN-Mandats gegeben. Annan sei nicht in der Lage gewesen, die syrische Regierung und die Opposition an den Verhandlungstisch zu bringen. »Die Länder, von denen die...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.