Regina Stötzel 09.08.2012 / Kultur
Literatur

Die Tödlichkeit des gebügelten Daseins

Milena Michiko Flašar: »Ich nannte ihn Krawatte«

Die Luft ist schwer und drückt auf die Erde herab. Ich bin ein zusammengedrückter Mensch. Ich nehme Abschied von einem, der nicht mehr wiederkommt.« Die Österreicherin Milena Michiko Flašar fackelt nicht lange. Bereits auf der ersten Seite ihres Romans »Ich nannte ihn Krawatte« kommt man nicht umhin festzustellen, dass es darin um ernste Dinge geht. Um sehr ernste. Doch wird das Ende der Geschichte kein nur düsteres sein, denn kaum später ist die Rede von einer »Bank, auf der ich lernen sollte, dass nichts so bleibt, wie es ist, und dass es sich trotzdem lohnt, auf der Welt zu sein«.

Taguchi, der 20-jährige Ich-Erzähler, ist ein Hikikomori. So nennt man in Japan jene meist jungen Menschen, die auf unbestimmte Zeit ihr Zimmer im Haus der Eltern nicht mehr verlassen, alle Sozialkontakte abbrechen und sich sozusagen lebendig vergraben. Zwei Jahre lang ist Taguchi nicht vor die Tür gegangen und nähert sich nun, ganz allmählich, dem Leb...

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