Werbung

Permanente Ungewissheit

Eine Berliner Comic-Autorin erzählt vom Lebensgefühl afrikanischer Flüchtlinge in Sachsen-Anhalt

  • Von Elke Vogel, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Warten. Viel mehr können die Flüchtlinge in den Asylbewerberheimen oft nicht tun. In ihrem Comic »Im Land der Frühaufsteher« erzählt die Zeichnerin Paula Bulling vom Lebensgefühl afrikanischer Flüchtlinge in Sachsen-Anhalt. In Schwarz-Weiß-Bildern hat die Berliner Künstlerin das meist trostlose Dasein der auf Asyl hoffenden Menschen festgehalten. Sie leben in zu Wohnheimen umfunktionierten früheren Kasernen der Roten Armee, ehemaligen Fabrikgebäuden oder DDR-Pionier-Ferienlagern - teils weit außerhalb der Städte und mit wenig Kontakt zur Bevölkerung.

Die erste Graphic Novel der 26-jährigen Comic-Autorin ist ein autobiografisches Werk. Als Studentin lebte Bulling fünf Jahre in Halle. Sie besuchte in Heimen in Bernburg, Halle, Möhlau, Halberstadt und Marke vor allem Westafrikaner, die sie über eine Selbsthilfeorganisation von Flüchtlingen kennengelernt hatte. »Das Trostloseste ist die permanente Ungewissheit über den Ausgang des Asylverfahrens«, sagt Bulling. Die Flüchtlinge können kein normales Leben führen. »Das ist auf Dauer extrem zermürbend - dieses Stillhalten ist das Schlimmste.«

Bullings Comic buchstabiert dabei nicht plakativ die einzelnen Schicksale der Flüchtlinge in ihren Herkunftsländern aus oder ihre gegenwärtigen Schwierigkeiten mit deutschen Behörden und oft versteckt vorkommendem Rassismus. Ihr Comic benannt nach dem Werbeslogan des Landes Sachsen-Anhalt - lebt vielmehr von Stimmungen und Andeutungen. Das Besondere: die Zeichnerin hat sich selbst in den Comic hineingezeichnet, als Jemand, der sich bei Recherchen manchmal selbst fremd und ausgeschlossen fühlt.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Die Serie aus dem studentischem Kosmos.

Leben trotz Studium?!

Jetzt 14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt lesen und keine Folge verpassen.

Kostenlos bestellen!